Zwei stahlharte Schwachmaten erobern das Kino

Crow und Gossling in der Sommerkomödie 2016

Auch an diesem Donnerstag laufen in den deutschen Kinos wieder einige interessante Popcorn-Premieren über die Leinwand. Unsere drei heißesten Kandidaten für das Prädikat "Film der Woche" haben wir für euch zusammen gestellt.

Düsseldorf - Neben dem Thriller 'Green Room' und der deutschen Komödie 'Seitenwechsel', hat uns die Krimi-Komödie 'The Nice Guys' in dieser Woche am meisten überzeugt. Hier die Neustarts im Überblick:

The Nice Guys

Einfach mal wieder ins Kino gehen, abschalten, Spaß haben: Die "Nice Guys" machen's möglich. Regisseur Shane Black ("Iron Man 3") wirft Russell Crowe und Ryan Gosling in seiner kultigen Buddy-Komödie ins Los Angeles der späten 70er-Jahre. Korruption, Smog, Big Business, Pornos: Black, der einst das Drehbuch zu "Zwei stahlharte Profis - Leathal Weapon" (1987) schrieb, taucht mit Privatdetektiv Holland March (Gosling) und dem Berufsschläger Jackson Healy (Crowe) ganz tief ein in eine herrlich verdreckte Welt und beweist dabei einmal mehr großes Gespür für den Zuschauer. In einigen Monaten wird man von diesem Film womöglich sagen: Das war "die" Sommerkomödie 2016.

Fotos und Trailer findet ihr hier

Seitenwechsel

Vivian Naefe ist eine versierte Regisseurin, vielfach preisgekrönt, mit einem großen filmischen Repertoire, sowohl fürs Kino als auch fürs Fernsehen. Romantische, aber auch dramatische Stoffe sind ihr Ding, wobei ihre Inszenierung nicht immer gelingt. Auch Katharina Hagenas wunderbarer Bestseller "Der Geschmack von Apfelkernen" (2013) hat von Naefes Verfilmung nicht profitiert. In "Seitenwechsel" macht sie den gleichen Fehler: Anstatt auf Subtilität in der Charaktergestaltung zu setzen, bemüht sie ständig Stereotypen. So scheitert sie mit ihrem neuesten Film erneut, weil sie weibliche und männliche Rollenbilder ins Unerträgliche zuspitzt.

Fotos und Trailer findet ihr hier

Green Room

"Nazi Punks fuck off!" covert die Punkrock-Band Ain't right grölend den berühmten Song der Dead Kennedys. Und damit bringen sich die vier hoffnungsvollen, wenngleich ziemlich abgebrannten jungen Leute in große Schwierigkeiten. Denn ihr Publikum ist am Kopf teilweise sehr glatt rasiert, trägt Springerstiefel und Bomberjacken, auf die pseudogermanische Runen gestickt sind. Ach ja, und hinter den Musikern hängen rassistische Parolen an der Wand. Die überwiegend männlichen Zuhörer glauben gar nicht, was sie da hören. Die aus der Not geborene Tollkühnheit der Band, für 350 Dollar vor Skinheads zu spielen, ohne die eigene Überzeugung zu verraten, gleicht einem Tanz auf der Rasierklinge. Wie der Film selbst auch. Das Spiel mit gefährlichen Ambivalenzen trägt den Survival-Thriller "Green Room" eine ganze Weile.

Fotos und Trailer findet ihr hier


Tags:
  • kino
  • filme
  • neustarts