Zunehmend Angriffe auf öffentlich Bedienstete

Beamtenbund beklagt "Ausufern der Gewalt"

Der Deutsche Beamtenbund beklagt ein Ausufern der Gewalt gegen öffentlich Bedienstete unter anderem in Verwaltungsbereichen, die mit Hartz IV oder anderen Themen der Sozialversicherung zu tun haben.

Berlin - Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst werden nach Darstellung des Deutschen Beamtenbunds (DBB) immer häufiger Opfer tätlicher Angriffe. Es handele sich nicht etwa um ein Großstadtphänomen, sondern um ein Problem ohne regionale Grenzen.

"Die Gewalt gegen Bedienstete des Öffentlichen Dienstes nimmt drastisch zu", sagte der DBB-Vorsitzende Klaus Dauderstädt der "Welt am Sonntag". Eine Umfrage unter den DBB-Landesverbänden sowie bei Partnergewerkschaften habe dazu "eindeutige Rückmeldungen" ergeben.

Als Beispiel nannte Dauderstädt Verwaltungsbereiche, die mit Hartz IV oder anderen Themen der Sozialversicherung zu tun haben. Dort gebe es derzeit ein "Ausufern der Gewalt". Insgesamt konstatierte der Gewerkschaftschef eine "Verrohung der Sitten". Der Staat entwickle sich "für immer mehr Gesellschaftsschichten zum Gegner".

Um dem Problem zu begegnen, forderte Dauderstädt unter anderem "Deeskalations-Schulungen" für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst, deren Aufgabengebiete "Konfliktpotenzial" haben. Auch sollten Umbauten erwogen werden, etwa die Installation von Metalldetektoren am Eingang bestimmter Gebäude. Möglicherweise bräuchten Behördenmitarbeiter auch einen Notfallknopf am Schreibtisch.

(xity, AFP)