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Zu nass, zu trocken und Gewitter mit Tornados

Das Deutschlandwetter im Mai 2015

Drei unterschiedliche Wetterzonen bescherte uns das Wetter im Mai - dazu kamen wenige, aber sehr heftige Gewitter.

Offenbach - Im Mai 2015 befand sich der Norden Deutschlands oft in frischer und wolkenreicher Meeresluft mit einzelnen Regenfällen und Schauern. Den Süden erfassten wiederholt Dauerniederschläge von Tiefdruckgebieten über dem Mittelmeer, die abwechselnd warme oder kühle Luft heranführten. Dazwischen lag ein breiter Streifen mit erheblich zu trockener Witterung und viel Sonnenschein. Diese Dreiteilung ließ den Mai insgesamt etwas zu warm, zu trocken und sonnenscheinarm ausfallen. Der Monat brachte nur wenige, dafür aber schwere Gewitter, begleitet von Starkregen, Hagel, Sturm und sogar Tornados. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000
Messstationen.

Gebietsweise noch Nachtfrost - im Südwesten am Tage bereits über 30 Grad
Die Durchschnittstemperatur im Mai lag in Deutschland mit 12,5 Grad Celsius (°C) um 0,4 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung dagegen -0,5 Grad. Der Monat begann recht kühl: So brachten die Nächte zum 2. und 3. im Norden Deutschlands gebietsweise auch Frost: Am 2. meldete Fassberg, in der Lüneburger Heide, nur -2,7°C. Danach herrschten in Deutschland recht unterschiedliche Temperaturverhältnisse. So sank das Quecksilber am 11. im Nordosten örtlich erneut unter den Gefrierpunkt, kletterte aber bereits am 12. im Südwesten vereinzelt über 30°C. Wärmster Ort war dabei Ohlsbach mit 31,3°C. Am 18. wurden auf Sylt knapp 10°C, in Bayern dagegen bis zu 25°C gemessen. Bei Dauerregen zeigte das Thermometer am 20. nachmittags in Oberbayern teilweise nur 7°C. Zu Pfingsten war es in vielen Regionen warm, zum Monatsende dann wieder verbreitet kühl und nachts recht frisch.

In der Mitte sehr trocken, im Norden und Süden nass - Gewitter mit Tornados
Mit rund 50 l/m² erreichte der Mai nur etwa 70 Prozent seines Solls, doch herrschten in Deutschland extreme Unterschiede bei den Niederschlagssummen. Im Süden und besonders im Alpenvorland brachte der Monat mehrmals Dauerregen mit Gesamtmengen bis über 300 l/m². Zu Beginn der letzten Dekade führten zahlreiche Flüsse in Ober- und Niederbayern Hochwasser. Ein breiter Streifen in der Mitte Deutschlands erhielt dage-gen deutlich zu wenig Regen und einige Orte kamen im ganzen Monat nur auf gut 5 l/m². Die Waldbrandgefahr stieg dort zeitweise auf die höchste Stufe. Auch in Norddeutschland fiel bedeutend mehr Niederschlag. Gewitter blieben im Mai 2015 selten, doch verursachten sie mit Starkregen, Hagel, Sturm und Tornados gebietsweise erheb-liche Schäden und forderten in Hamburg sogar ein Todesopfer.

Sonnenscheinbilanz leicht negativ
Die Sonnenscheindauer blieb im Mai 2015 mit etwa 183 Stunden um sechs Prozent unter ihrem Soll von 196 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne auf Rügen, im südlichen Sachsen-Anhalt und östlichen Sachsen mit über 250 Stunden, am wenigsten im südlichen Oberbayern mit örtlich kaum 130 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Mai 2015

Schleswig-Holstein und Hamburg: Schleswig-Holstein war im Mai 2015 mit rund 65 l/m² (54 l/m²) ein nasses und mit 10,9°C (11,5°C) das kühlste Bundesland. In der Nacht zum 3. sank das Quecksilber in Leck, westlich von Flensburg, auf - 2,4°C. Die Sonne schien in Schleswig-Holstein zirka 186 Stunden (223 Stunden). In Hamburg, dem mit 11,6°C (12,4°C) zweitkühlsten Bundesland, lag die Niederschlagsmenge bei ungefähr 54 l/m² (58 l/m²) und die Sonnenscheindauer bei rund 180 Stunden (213 Stunden). Am Nachmittag des 5. ließ ein Gewittersturm am Hamburger Fischmarkt ein Vordach auf ein Auto stürzen, in dem ein junger Mann starb.

Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen erreichte im Mai ungefähr 36 l/m² (61 l/m²), rund 175 Sonnenstunden (202 Stunden) und 11,8°C (12,3°C). Fassberg in der Lüneburger Heide meldete mit -2,7°C am 2. die bundesweit tiefste Monatstemperatur. Bremen gehörte mit 11,7°C (12,4°C) zu den kühleren Bundesländern. Die Regenmenge betrug etwa 42 l/m² (60 l/m²) und die Sonnenscheindauer von rund 175 Stunden (205 Stunden) reichte im Ländervergleich nur für den
vorletzten Platz.

Mecklenburg-Vorpommern: Mit 11,7°C (11,9°C) war Mecklenburg-Vorpommern im Mai 2015 ein kühles Bundesland. Bei zirka 202 Sonnenstunden (236 Stunden) kam der Niederschlag auf etwa 50 l/m² (51 l/m²). Am Abend des 5. tobten schwere Gewitter, die teilweise von sintflutartigem Regen und sogar mehreren Tornados begleitet wurden. So fielen in Laage, südöstlich von Rostock, 84 l/m²; etwas weiter südwestlich erreichte ein Tornado auf der Fujita-Skala die Stärke 3 (254-332 km/h), wodurch die Kleinstadt Bützow stark verwüstet wurde.

Brandenburg und Berlin: Brandenburg meldete etwa 23 l/m² (54 l/m²), 218 Sonnenstunden (224 Stunden) und 12,8°C (13,1°C). In Baruth, südlich Berlin, traten im Mai noch sechs Frosttage auf. Berlin war mit 13,4°C (13,6°C) das wärmste Bundesland. Hier fielen knapp 18 l/m² (54 l/m²), die Sonne schien rund 210 Stunden (226 Stunden).

Sachsen-Anhalt: Mit 12,8°C (12,8°C) war Sachsen-Anhalt bei knapp 17 l/m² (52 l/m²) ein sehr trockenes und mit rund 220 Stunden (206 Stunden) ein sonniges Bundesland.

Sachsen: Hier registrierte der DWD 12,8°C (12,3°C) und rund 20 l/m² (67 l/m²). Mit etwa 227 Stunden (201 Stunden) war Sachsen das sonnenscheinreichste Bundesland.

Thüringen: Thüringen kam im Mai auf 12,6°C (11,7°C), war mit rund 210 Stunden (195 Stunden) ein sonniges und mit etwa 16 l/m² (66 l/m²), das sind nur 25 Prozent des Solls, das niederschlagsärmste Bundesland. Zahlreiche Stationen, die kaum mehr als 5 l/m² aufwiesen, erzielten dabei neue Rekorde. Die Trockenheit und starker Wind hüllten am Abend des 13. Schwerstedt, nördlich von Weimar, in eine dichte Staubwolke.

Nordrhein-Westfalen: Die Meteorologen registrierten für Nordrhein-Westfalen eine Mitteltemperatur von 12,4°C (12,4°C), eine Niederschlagsmenge von knapp 30 l/m² (72 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von rund 195 Stunden (190 Stunden).

Hessen: Die durchschnittliche Temperatur lag hier bei 12,6°C (12,1°C) und die Son-nenscheindauer bei etwa 195 Stunden (194 Stunden). Im Mai 2015 fiel in Hessen mit ungefähr 21 l/m² nur 30 Prozent des Niederschlagssolls (71 l/m).

Rheinland-Pfalz: Im Mai 2015 gehörte Rheinland-Pfalz mit 12,9°C (12,2°C) zu den wärmeren Bundesländern. Die Niederschläge blieben mit rund 20 l/m² (70 l/m²) deutlich, die Sonnenscheindauer mit 190 Stunden (191 Stunden) knapp unter dem
Soll.

Saarland: Das Saarland war im Mai mit 12,9°C (12,5°C) recht warm, mit etwa 36 l/m² (79 l/m²) deutlich zu trocken und mit knapp 180 Stunden (199 Stunden) sonnenarm.

Baden-Württemberg: Im Mai 2015 war Baden-Württemberg mit 13,2°C (11,9°C) das zweitwärmste Bundesland. Am 12. kletterte die Temperatur in Ohlsbach, südöstlich von Offenburg, mit 31,3°C deutschlandweit am höchsten. Obwohl mit etwa 87 l/m² nur 91 Prozent des Solls (96 l/m²) zusammen kamen, war Baden-Württemberg das zweitnasseste Bundesland. Schwere Gewitter wüteten am Abend des 13. in Südbaden. Hagelkörner fielen, tlw. groß wie Tischtennisbälle, und richteten rund um Freiburg erhebliche Schäden an Obst und Gemüse an. Am Kaiserstuhl wurden örtlich 60 bis 100 Prozent der Weintrauben vernichtet. Ein Tornado zog am Südrand des Schwarzwaldes mit tlw. über 250 km/h von Bonndorf Richtung Tengen und hinterließ auf einer Breite von 400 Metern eine Spur der Verwüstung. Mit Sonnenschein wurde das Bundesland diesmal bei knapp 180 Stunden (189 Stunden) nicht verwöhnt.

Bayern: Hier lag die Durchschnittstemperatur bei 12,7°C (11,7°C). Bayern war mit etwa 92 l/m² (90 l/m²) das niederschlagsreichste Bundesland. Unterfranken im Mai zu den trockensten Gebieten Deutschlands gehörte, führten häufige Dauerregenfälle im Alpenvorland zu Mengen bis über 300 l/m². So fielen beispielsweise vom 19. bis zum 21. in Benediktbeuren 100 l/m². Zahlreiche Flüsse in Ober- und Niederbayern traten zu Beginn des letzten Monatsdrittels über die Ufer.

Am späten Abend des 13. richtete ein Tornado der Stärke F3 (254-332 km/h) zwischen Stettenhofen und Aichach, nördlich von Augsburg, über eine Läge von 20 Kilometern Schäden von mindestens 40 Mio. Euro an. Daneben war Bayern mit ca. 167 Stunden (194 Stunden) das sonnenscheinärmste Bundesland - im südlichen Oberbayern waren es örtlich kaum 130 Stunden.


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