24.09.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Zschäpe muss Pflichtverteidigerin behalten

Zschäpe muss Pflichtverteidigerin behalten

Mutmaßliche NSU-Terroristin scheitert mit Antrag

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe ist mit dem Versuch gescheitert, ihre Pflichtverteidigerin Anja Sturm abberufen zu lassen.

München - Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von Prozessbeteiligten des vor dem Oberlandesgericht München stattfindenden NSU-Prozesses. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks bewertete das Gericht in einer achtseitigen Antwort auf den Zschäpe-Antrag die geforderte Abberufung als zu wenig begründet und zu unsubstanziell.

Zschäpe scheiterte damit bereits zum zweiten Mal mit dem Ansinnen, sich von ihren Pflichtverteidigern zu trennen. Im vergangenen Jahr hatte sie die Abberufung aller drei Verteidiger gefordert. Auch diesen Antrag hatte das Gericht als zu unbegründet bewertet. Außer von Sturm wird Zschäpe von den Anwälten Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl vertreten. In dem Antrag zur Abberufung Sturms hatte Zschäpe eine grundsätzliche Bereitschaft zur Aussage erklärt. Sie warf ihren Verteidigern dabei vor, sie an einer Aussage zu hindern.

Zschäpe steht der Weg offen, sich zusätzlich von einem Wahlverteidiger vertreten zu lassen. Diesen müsste sie dann anders als die auf Staatskosten arbeitenden Pflichtverteidiger selbst bezahlen. Der NSU-Prozess wird am kommenden Dienstag mit dem dann bereits 214. Verhandlungstag fortgesetzt. Ein Ende des Verfahrens um die Terrorserie des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrund mit zehn Morden ist noch nicht absehbar.

(xity, AFP)


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