19.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Zoll zieht 2017 Rekordmenge von sieben Tonnen Kokain aus dem Verkehr

Zoll zieht 2017 Rekordmenge von sieben Tonnen Kokain aus dem Verkehr

Schadenssumme aus Schwarzarbeit erreicht fast eine Milliarde Euro

Der Zoll hat vergangenes Jahr eine Rekordmenge von mehr als sieben Tonnen Kokain aus dem Verkehr gezogen.

Berlin - Das war fast fünfmal mehr als im Jahr 2016, wie das Bundesfinanzministerium am Dienstag erklärte. Grund waren große Funde am Hamburger Hafen. Bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit leiteten die Ermittler mehr Straf- und Bußgeldverfahren ein. Die ermittelte Schadenssumme stieg von 813 auf 967 Millionen Euro.

Dabei kontrollierten die Zollbeamten deutlich mehr Arbeitgeber als im Vorjahr: Die Zahl stieg von 40.000 auf 52.000. Die Beamten konnten fast 108.000 strafrechtliche Verfahren und 49.000 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten abschließen. Die Zahl der Verstöße gegen den Mindestlohn stieg von 1650 auf 2500.

Bei den Einfuhrkontrollen beschlagnahmten die Beamten 3,3 Millionen Fälschungen. 2016 waren es noch 3,6 Millionen gewesen. Der Wert dieser Waren stieg allerdings von 180 Millionen auf 196 Millionen Euro. Zwei Drittel der Fälschungen kamen aus China und Hongkong. Am häufigsten waren Bekleidung, Schuhe und Zubehör wie Handtaschen, Sonnenbrillen oder Schmuck.

Bei den Drogenkontrollen fanden die Fahnder neben der Rekordmenge Kokain auch deutlich mehr Crystal (83 Kilo gegenüber 23 Kilo im Jahr 2016) sowie Marihuana (2800 Kilo gegenüber 2250 Kilo). Die Entdeckungen von Haschisch, Opium und Zigaretten waren hingegen deutlich rückläufig.

Bei den Kontrollen an Flughäfen und bei der Post stellten die Beamten zudem mit 45.000 geschützten Pflanzen und Tieren deutlich weniger als noch 2016 sicher (63.000). Insgesamt fertigte der Zoll deutlich mehr Einfuhren und Ausfuhren ab. Der Wert der Einfuhren stieg von 400 Milliarden auf 443 Milliarden Euro, der Wert der Ausfuhren von 498 auf 529 Milliarden Euro.

Insgesamt nahm der Zoll 130 Milliarden Euro Zölle und Steuern ein - 40 Prozent der Steuereinnahmen des Bundes. Das waren 1,5 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr, was aber hauptsächlich an einer Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer an die Energiekonzerne lag.

(xity, AFP)


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