Ziercke sieht durch Islamisten "hohe abstrakte Gefahr"

Lage durch US-Luftangriffe hierzulande nicht verschärft

Der scheidende BKA-Präsident Jörg Ziercke sieht durch Islamisten in Deutschland zwar eine "hohe abstrakte Gefahr", aber kein konkretes Anschlagsrisiko.

Berlin - Bislang hätten die Sicherheitsbehörden "die Szene ganz gut im Griff", sagte Ziercke im ARD-Morgenmagazin. Dazu trügen auch Geheimdienstinformationen aus den USA bei.

Auch durch die neuen Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten in Syrien habe sich die Lage hierzulande nicht verschärft, sagte Ziercke. "Ich sehe das im Grunde nicht so, weil die Drohkulisse, die durch Islamisten und Dschihadisten aufgebaut wurde, seit langem besteht." Es sei allerdings möglich, dass die Luftangriffe von ihnen zusätzlich als Begründung für Anschläge auch in Deutschland herangezogen würden.

Gefahren gehen laut Ziercke besonders von islamistischen Rückkehrern aus den Kampfgebieten in Syrien und Irak aus. Dies seien "teilweise kampferfahrene Leute, die ohne Illusionen zurückgekehrt sind, traumatisiert sind, die rational möglicherweise handeln oder im Auftrag unterwegs sind". In Deutschland gebe es deswegen derzeit etwa 500 Ermittlungsverfahren bei rund 650 Beschuldigten. Dies sei "eine sehr hohe Zahl".

Ziercke soll im Dezember durch den bisherigen Bremer Innen-Staatsrat Holger Münch abgelöst werden.

(xity, AFP)