15.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Zentralrat der Muslime verteidigt israelkritische Demos

Zentralrat der Muslime verteidigt israelkritische Demos

Israels Botschafter: Antisemitismus eigentliches Motiv

Der Zentralrat der Juden hat die israelkritischen Demonstrationen in Deutschland verteidigt.

Berlin - "Es muss auch möglich sein, die israelische Politik genauso wie die Politik anderer Länder kritisieren zu dürfen", sagte die Generalsekretärin des Zentralrats, Nurhan Soykan, im Deutschlandradio Kultur. Die derzeitigen Kundgebungen seien vor allem für junge Leute eine Gelegenheit, "die sich auf diesem Wege der Demonstration Luft machen wollen und ihren Ärger auch mal zeigen wollen".

Soykan rief die Demonstranten zur Mäßigung und zum Verzicht auf antisemitische Parolen auf. "Was da für Parolen gerufen worden sind, das hat mich auch sehr traurig gemacht", sagte sie. "Das ist natürlich niveaulos, und ich rufe heute noch mal unsere muslimischen Geschwister auf, das zu unterlassen." Es gehöre nicht zum Islam, "dass man Angehörige anderer Religionen beleidigt".

Der israelische Botschafter in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman, unterstellte den israelkritischen Demonstranten in Deutschland antisemitische Beweggründe. "Meiner Meinung nach hat die große Mehrheit dieser Demonstrationen nichts mit Israelkritik zu tun, sondern mit Juden- und Israelhass", sagte er im Sender n-tv. Er bezeichnete die Kritik an den derzeitigen Kämpfen im Gazastreifen als vorgeschobene Begründung, um antisemitisches Gedankengut zu verbreiten.

In Berlin werden heute rund 1500 Demonstranten zu einer Kundgebung aus Anlass des Al-Kuds-Tags erwartet, es sind zudem zwei Gegendemonstrationen angemeldet. Dieser Tag wurde Ende der 70er Jahre von dem iranischen Revolutionsführer Khomeini ins Leben gerufen, um gegen die israelische Besatzung der Palästinensergebiete zu protestieren.

(xity, AFP)


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