Zentralrat der Muslime bedauert Kopftuch-Urteil

"Rückschlag für Integrationspolitik in Deutschland"

Das Kopftuch-Urteil des Bundesarbeitsgerichts bedeutet nach Einschätzung des Zentralrat der Muslime einen "Rückschlag für die Integrationspolitik in Deutschland".

Berlin - Für die betroffene Krankenschwester sei der Richterspruch "eine persönliche Tragödie", sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Frau habe viele Jahre für die Evangelische Kirche gearbeitet. "Dass sie dies nun nicht mehr darf, weil sie ein Kopftuch trägt, ist menschlich tragisch und auch sozial bedauerlich."

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hatte entschieden, dass muslimischen Krankenschwestern in Kliniken der Evangelischen Kirche das Tragen eines Kopftuchs verboten werden darf. Ein Kopftuch stehe für eine "abweichende Religionszugehörigkeit" und verstoße damit gegen das im Arbeitsvertrag geregelte Neutralitätsgebot für nichtchristliche Beschäftigte.

Mazyek vertrat die Auffassung, das Urteil habe "eine Schlagseite, was integrationspolitische Signale angeht". Es sei die Frage zu stellen, "inwiefern eine solche Rechtsprechung noch zeitgemäß" sei. "Heutzutage ist es Aufgabe von erfolgreichen Unternehmen, sich weltoffen aufzustellen."

(xity, AFP)