Zentralkomitee der Katholiken gibt Medien Mitschuld an AfD-Erfolgen

Sternberg bekräftigt Ausladung der Partei von Katholikentag

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, gibt den Medien eine Mitverantwortung am aktuellen Höhenflug der rechtspopulistischen Partei AfD.

Berlin - "Ein Mann wie zum Beispiel der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke wäre heute nicht bekannt, hätte er nicht im Oktober in der Talkshow von Günther Jauch auftreten dürfen", sagte Sternberg der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe). Sternberg forderte, Rechtspopulisten weniger mediale Aufmerksamkeit zu schenken.

Auch die Bekanntheit der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch führt der Chef der katholischen Laienorganisation unter anderem auf einen Auftritt in der ARD-Talkshow "Anne Will" zurück. Sternberg stellte klar, dass mit Bürgern, die "eine radikal andere Meinung haben, unbedingt" gesprochen werden müsse. Vertreter von "Sammelbewegungen, die sich dieser Menschen bedienen", müssten jedoch nicht durch Einladungen ins Fernsehen bekannt gemacht und "geadelt" werden.

Sternberg bekräftigte in der Zeitung auch die Ausladung der AfD vom Deutschen Katholikentag Ende Mai in Leipzig. Er warnte davor,"dass rechtsradikale Äußerungen in Kreisen hoffähig werden, von denen ich das nie gedacht hätte". Dazu gehörten die pauschale Verunglimpfung der Medien als "Lügenpresse" oder die Verurteilung geflüchteter Menschen als anonyme "Masse". "Wir als Christen müssen in dieser Situation klarmachen: Bestimmte Dinge tut man nicht", betonte Sternberg.

(xity, AFP)