Zeitung: Großteil der Flüchtlinge kommt ohne Ausweispapiere

Pro Asyl verweist auf Schwierigkeiten bei Beantragung

Ein Großteil der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, haben bei ihrer Einreise keine gültigen Ausweispapiere dabei.

Berlin - Im Januar hätten 77 Prozent der von der Bundespolizei kontrollierten Flüchtlinge keine Pässe bei sich gehabt, berichtete die "Berliner Morgenpost" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Zu den Gründen dafür äußerte sie sich demnach nicht.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl wies darauf hin, dass Oppositionelle in vielen Staaten keine Papiere beantragen könnten, weil sie sonst erst recht verfolgt würden.

Andere Flüchtlinge würden ihre Pässe vor der Einreise nach Deutschland möglicherweise vernichten, weil das Dokument Aufschluss über die Reiseroute innerhalb Europas zulässt, sagte der stellvertretende Geschäftsführer von Pro Asyl, Bernd Mesovic, dem Blatt. Bei Anwendung des sogenannten Dublin-Verfahrens könnte Deutschland sie dann in das Erstaufnahmeland in der EU zurückschicken.

(xity, AFP)