Zeitung: EU-Kommission erwägt Sicherheitskontrollen vor Flughäfen

Früherer Sicherheitschef des Frankfurter Airports skeptisch

Als Reaktion auf die Anschläge von Brüssel erwägt die EU-Kommission einem Zeitungsbericht zufolge die Einführung von Sicherheitskontrollen, die bereits vor dem Betreten eines Flughafengebäudes stattfinden sollen.

Berlin - "Das macht Sinn, weil dann alle Besucher von Flughäfen schon vor Betreten der Terminals überprüft würden", zitierte die "Welt" vom Mittwoch "hohe Kreise" der Behörde.

In der EU-Kommission sei in diesem Zusammenhang darauf verwiesen worden, dass auch der Moskauer Flughafen Domodewo nach einem Selbstmordanschlag 2011 solche Kontrollen erfolgreich eingeführt habe, heißt es in dem Bericht weiter. "Personenkontrollen vor dem Flughafengebäude führen zu Beeinträchtigungen und Kosten, aber sie können einen positiven Effekt auf die Sicherheit haben und sind machbar."

Der frühere Sicherheitschef des Frankfurter Flughafen-Betreibers Fraport, Volker Zintel, sprach dagegen von einer "Phantomdiskussion". Es gebe nun einmal immer eine Schnittstelle zwischen der Sicherheitskontrolle und dem öffentlichen Bereich, sagte Zintel der "Rhein-Zeitung". Selbst beim Vorziehen der Kontrolle beginne der öffentliche Bereich irgendwo. "Dann stellt sich der potenzielle Attentäter in Zukunft einfach vor das Terminal", sagte Zintel.

Am Dienstag waren bei Anschlägen auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem und in einer U-Bahnstation im EU-Viertel der belgischen Hauptstadt über 30 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden.

(xity, AFP)