ZDF und FDP auf gutem Weg zum Sprachpanscher des Jahres

Wahl läuft noch bis zum 26. August

Das ZDF und die FDP haben beste Chancen auf den wenig rühmlichen Titel des Sprachpanschers des Jahres.

Dortmund - Beide stehen an der Spitze der diesjährigen Auswahlliste des Vereins Deutscher Sprache (VDS), wie dieser am Donnerstag in Dortmund bekannt gab. Bemängelt wird von dem Verein vor allem die breite Verwendung des Englischen. Bis zum 26. August dürfen die 36.000 Mitglieder ihren Favoriten wählen.

Beim ZDF bemängelte der Verein den Umgang mit der Beschwerde eines Zuschauers. Dieser habe kritisiert, er wisse mit der neuen ZDF-Sendung "I can do that" ? eine "Promi-Challenge" mit vielen "Showacts" - wenig anzufangen. Die Zuschauerredaktion habe geantwortet, die deutsche Übersetzung "Ich kann das" sei dem ZDF "zu hölzern".

Die FDP kam auf die Auswahlliste nach vorn, weil viele Funktionsträger der Liberalen das Englische als Amtssprache in Deutschland einführen wollten. Der Vereinsvorsitzende Walter Krämer, der selbst FDP-Mitglied ist, verwies auf den verstorbenen ehemaligen FDP-Chef Guido Westerwelle, mit dem es solch einen Vorstoß seiner Meinung nach nicht gegeben hätte. Dabei verwies er darauf, dass Westerwelle einmal einem auf Englisch Auskunft begehrenden Journalisten beschieden hatte, dass in Deutschland Deutsch gesprochen werde.

Der Sprachpanscher des Jahres wird zum 19. Mal gewählt. Zu den weiteren Kandidaten in diesem Jahr zählen der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, der die neue E-Klasse als "Masterpiece of Intelligence" bezeichnete. Auch die Deutsche Post AG und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind nominiert.

(xity, AFP)