Zahl der Korruptionsdelikte in vergangenem Jahr stark gestiegen

Neues Lagebild von Bundeskriminalamt - Großverfahren sorgen für Schwankungen

Die Zahl der polizeilich registrierten Korruptionsstraftaten ist in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Wiesbaden - Wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, erhöhte sie sich im Vergleich zum Vorjahr 2020 um fast 35 Prozent auf 7433. Der Anstieg war demnach darauf zurückzuführen, dass bundesweit mehrere umfangreiche Ermittlungsverfahren mit vielen Einzeldelikten geführt wurden. Solche Entwicklungen führten statistisch zu starken Schwankungen.

Die Ermittlungsverfahren betrafen laut BKA unter anderem besonders schwere Fälle von Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr sowie Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen. Auch die Zahl der erfassten sogenannten Begleitdelikte wie Urkundenfälschungen, Betrug oder Geheimnisverrat stieg demnach im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent.

Rückläufig war dagegen die Höhe der ermittelten Kriminalitätsschäden. Sie sank im Jahresvergleich um fast 25 Prozent auf 61 Millionen Euro, wie das BKA in seinem neuen jährlichen Bundeslagebild zur Korruption erläuterte. Auch in diesem Punkt könnten Großverfahren erhebliche statistische Schwankungen verursachen, fügten die Ermittlerinnen und Ermittler zur Einordnung an.

© 2022 AFP