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Zahl der Kinderunfälle weiter auf niedrigem Stand

85 Kinder und Jugendliche verunglückt

Insgesamt 85 Kinder und Jugendliche sind im Krefelder Straßenverkehr im Jahr 2015 verunglückt, 20 davon als passive Verkehrsteilnehmer.

Krefeld - Diese Zahlen hat der Arbeitskreis Verkehrssicherheit für Kinder in Krefeld - auch bekannt als Initiative "Krefeld Fairkehr" - vorgestellt. Hartmut Könner, Leiter des Arbeitskreises und Polizeidirektor Karl-Josef Klauer stellten fest, dass die Zahlen der verunglückten Kinder in Krefeld seit dem Jahr 2010 auf einem niedrigen Stand stagnieren. Seit im Jahr 1999 mit damals 185 verunglückten Kindern die Initiative "Krefelder Fairkehr" ihre Arbeit aufnahm, sind die Unfallzahlen in der Altersgruppe der Kinder bis 14 Jahre mehr als halbiert worden. Zieht man von den diesmaligen 85 Unfällen noch die 20 passiv verunglückten Kinder ab, die überwiegend als Mitfahrer im Auto ihrer Eltern saßen, so passt das Ergebnis sehr gut in die Reihe der letzten Jahre. "Auf Null werden wir die Unfallzahlen sicherlich nicht reduzieren können, aber wir wollen schon weiter daran arbeiten, dass sie noch mehr sinken", so Klauer.

Seit Beginn der Datenerhebung verunglückten bis auf eine Ausnahme immer mehr Jungen als Mädchen. Im Jahr 2015 waren 35 Mädchen und 50 Jungen betroffen. "Das zeigt uns, dass wir noch genauer auf die Jungen einwirken müssen, um auch hier die Zahl senken zu können", so Klauer. Unter den 85 verunglückten Kindern waren nur zwölf Schwerverletzte. Auch das ist eine der niedrigsten Zahlen seit dem Start der Verkehrssicherheitsinitiative, wo noch 41 Schwerverletzte zu verzeichnen waren. Sorge bereitet diesmal das Ansteigen der Unfälle mit Kindern, die unvermittelt auf die Fahrbahn gelaufen waren.

Die Ursache für den Rückgang sehen die Fachleute vor allem im verminderten Geschwindigkeitsniveau des Kraftfahrzeug-Verkehrs auf Krefelder Straßen. Bei der allgemeinen Unfallanalyse spielt die Geschwindigkeit nur noch eine nachgeordnete Rolle. "Das Krefelder Geschwindigkeitsniveau ist in Krefeld historisch tief", freut sich Klauer. Die unvermindert hohe Zahl der Verkehrskontrollen von Polizei und Stadt dazu geführt, dass sich die registrierten Tempo-Verstöße in den letzten Jahren kontinuierlich verringert haben. Überhöhte Geschwindigkeit, von der Ruhr-Uni Bochum in einer Studie, die als Arbeitsgrundlage für Krefelder Fairkehr diente, noch als eine der Hauptursachen für das Unfallgeschehen auf Krefelder Straßen ausgemacht, spielt keine große Rolle mehr. Im vergangenen Jahr ist als häufigste Ursache das plötzliche betreten der Fahrbahn durch die verunglückten Kinder. Dies zu Reduzieren steht nun im Mittelpunkt der Bemühungen. Dabei spielt es oft eine große Rolle, dass durch am Straßenrand parkende Fahrzeuge die Sicht eingeschränkt wird. Dies gilt sowohl für die Kinder als auch für die Autofahrer.

Die Initiative Krefelder Fairkehr ist 1999 in die intensive Phase der Bekämpfung der Kinderunfälle eingetreten. Ausgangspunkt waren eine Untersuchung und ein Handlungskonzept der Ruhruniversität Bochum. Zuvor konnte 1998 die Stiftung für Kriminalprävention unter Leitung von Klaus Stüllenberg in Münster-Hiltrup für ein Forschungsprojekt gewonnen werden. Sie beauftragte die Ruhr-Universität Bochum mit einer Analyse von rund 800 Unfällen mit Kindern und mit der Entwicklung eines daraus resultierenden Handlungskonzepts.

Neu war im vergangenen Jahr ein Versuch an der Edith-Stein-Grundschule. Hier testeten Polizei und Verkehrswacht eine so genannte Elternhaltestelle. Eltern können seither sicher ihre Kinder absetzen und müssen sie nicht mehr direkt bis an das Schultor fahren. In anderen Städten wurden damit schon gute Erfahrungen gemacht. Einen wichtigen Beitrag zum Rückgang der Unfallzahlen mit Kindern leisteten auch knapp 400 bauliche Maßnahmen im Straßennetz. Hartmut Könner, Leiter des Arbeitskreises Verkehrssicherheit für Kinder in Krefeld: "Krefelder Fairkehr ist selbstverständlicher Bestandteil im Alltah zahlreicher Behörden und Institutionen geworden. Die Initiative beeinflusst seit Jahren viele behördliche, politische und pädagogische Entscheidungen". Auch 2016 geht die Arbeit weiter. Kinderstadtpläne und Schulwegradpläne werden weiter aktualisiert, die Aktionen Black Box und Toter Winkel laufen weiter und das Verkehrssicherheitstraining an Schulen wird fortgesetzt. Auch weitere Elternhaltestellen in der Nähe von Grundschulen sind geplant.


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