Zahl der Ausreisen nach Syrien und Irak steigt weiter

De Maizière: 650 Menschen in Kampfgebiete gereist

Innenminister de Maizière zufolge sind inzwischen etwa 650 Menschen aus Deutschland nach Syrien oder in den Irak gereist.

Berlin - Das sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Er nannte damit erneut eine höhere Zahl als zuvor bekannt.

Diese Ausreiser seien "ganz klar identifiziert", sagte der Minister. Auch in anderen Staaten wie Frankreich oder Belgien stiegen demnach die Zahlen an. Eine Ausnahme sei Großbritannien, wo die Ausreisen etwas zurückgegangen seien.

Die deutschen Sicherheitsbehörden wissen nach den Worten de Maizières "sehr viel" über die islamistische Szene in Deutschland. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums zählen dazu etwa 1000 Menschen, von denen etwa 270 als Gefährder eingestuft würden. Ein Ministeriumssprecher korrigierte damit Angaben de Maizières, der im ZDF von 1000 Gefährdern gesprochen hatte. Dies sei ein Versprecher des Ministers gewesen.

Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden sind rund 200 Menschen wieder aus den Kampfgebieten nach Deutschland zurückkehrt, von denen bis zu 70 Kampferfahrungen haben sollen. Der Sprecher des Innenministeriums sagte dazu, es würden aber nicht alle der Rückkehrer als Gefährder eingestuft. Manche kämen auch "frustriert und geschockt" zurück und planten keinerlei Gewaltanwendung. Umgekehrt gebe es aber auch islamistische Gefährder, die sich die ganze Zeit nur in Deutschland aufgehalten hätten.

Ein Gefährder ist laut Innenministerium jemand, bei der nach Auffassung der Sicherheitsbehörden "Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass er politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen könnte". Neben den 270 Islamisten würden zu diesem Kreis auch zwölf Rechtsextreme und sechs Menschen aus dem linksextremen Spektrum gezählt, sagte der Ministeriumssprecher.

(xity, AFP)