19.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> WWF und BUND fordern mehr Schutzmaßnahmen für Luchse

WWF und BUND fordern mehr Schutzmaßnahmen für Luchse

Nur rund 80 erwachsene Tiere in Deutschland

Die Umweltschutzorganisationen WWF und BUND haben mehr Schutzmaßnahmen für Luchse gefordert.

Berlin - Mit lediglich rund 80 erwachsenen Tieren sei die größte wildlebende Katze Deutschlands weiterhin stark gefährdet, erklärten die Organisationen am Dienstag in Berlin. Sie forderten unter anderem mehr Grünbrücken über Autobahnen, über die Luchse die Straßen queren können.

Zudem dürfe die illegale Tötung streng geschützter Wildtiere wie der Luchse in Deutschland nicht länger den Status eines Kavaliersdelikts haben. "Taten müssen konsequent verfolgt werden und dürfen nicht als zweitrangige Randerscheinung im Alltag der Ermittlungsbehörden gelten", erklärten WWF und BUND. Noch immer gebe es bei der Strafverfolgung Defizite.

Der Luchs ist in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Luchse leben vor allem im Nationalpark Harz und im Bayerischen Wald, dank eines Wiederansiedlungsprojekts sind auch einige Tiere im Pfälzerwald heimisch. Den Naturschützern zufolge sind allerdings zersplitterte Lebensräume, etwa durch Autobahnen, die Wilderei und mangelnde Akzeptanz bei Teilen der Bevölkerung die Hauptprobleme für den Luchs.

Gleiches gilt dem BUND zufolge auch für die Wildkatzen, die dringend besser geschützt werden müssten. Die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und Agrarflächen seien das größte Problem für die Europäische Wildkatze. In Deutschland liege das Zentrum ihres europäischen Verbreitungsgebiets, weshalb der Wildkatzenschutz hierzulande "Auswirkungen über Staatsgrenzen hinaus" habe, erklärte BUND-Wildtierexpertin Christiane Bohn anlässlich des Wildkatzentags.

Vor hundert Jahren beinahe ausgerottet, streift die Wildkatze heute wieder vermehrt durch deutsche Wälder. Der BUND schätzt den Bestand wieder auf bis zu zehntausend Tiere. Neue Wildkatzennachweise gebe es in der Lüneburger Heide, dem Leipziger Auwald und einigen bayerischen Wäldern. Im äußersten Norden und gesamten Nordosten Deutschlands fehle die Wildkatze aber noch flächendeckend.

(xity, AFP)


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