19.08.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Wood Art Gallery im Umweltzentrum ist eröffnet

Wood Art Gallery im Umweltzentrum ist eröffnet

17 Künstler sorgen für eine Verwandlung

Die Wood Art Gallery im Umweltzentrum im Hülser Bruch ist eröffnet. Bis Samstag, 8. August, werden 17 Straßenmaler aus aller Welt die Umgebung mit ihren Werken verwandeln.

Krefeld - Die Aktion findet im Rahmen des "Krefelder Perspektivwechsels" statt. Die Künstler treffen am Rande des Hülser Bergs, am Talring 45, auf eine einzigartige, fast mystische Landschaft: Das Umweltzentrum geht auf die Duisburger "Cementwarenfabrik Carstanjen" zurück, die hier bis 1986 ein Werk unterhielt. Dabei ließ sie zahlreiche Relikte zurück: Rohre, Beton-Platten und alte Straßen. Die Natur holte sich mit der Zeit ihr Revier wieder zurück und vereinnahmte das Gelände, auf dem schließlich 1991 das Umweltzentrum entstand. Der Initiator Manfred Willms war genau deswegen auf diesen Ort für seine Idee gekommen. ?Hier treffen die Kraft der Natur und die wie selbstverständlich im Gelände liegenden Artefakte einer ehemals industriellen Nutzung dermaßen symbiotisch aufeinander, dass sie eine einzigartige Kulisse für kreative und künstlerische Betätigung bieten.? Er kam mit der Künstlerin Frederike Wouters ins Gespräch und begeisterte sie schnell für sein Vorhaben. Auch das Krefelder Stadtmarketing war angetan und sagte Unterstützung zu.

"Wir sind alle sehr froh, diese tolle Chance zu erhalten. Wir finden hier inmitten der Natur ganz vorzügliche Objekte vor, so dass die Ideen nur so geflossen sind", schildert Wouters. Sie kann auf ein tolles Netzwerk bauen, scharrt regelmäßig zahlreiche Künstler um sich. "Wir sind wie eine große Familie und kommen gerade von einem Event in Wilhelmshaven. Nun brennen wir darauf, hier tätig zu werden. So etwas gibt es nicht alle Tage." Gemalt wird mit umweltverträglichen Fassaden-Farben, und auch nur dort, wo sonst öffentlicher Publikumsverkehr stattfindet. Es werden keine Pflanzen beschädigt.

Am Mittwoch und Donnerstag können Besucher zwischen 11 und 19 Uhr den Street-Art-Künstlern über die Schulter schauen und die Verwandlung hautnah mitverfolgen. Wouters: "Wir Straßenmaler sind ein ganz bestimmter Schlag Mensch und Publikum gewohnt. Straßenmalerei kommt bei Klein und Groß an, es gibt keine Berührungsängste, wie vielleicht in einem Museum. Wir wünschen uns, dass mit uns und unseren Werken interagiert wird. Wir wollen die Menschen auf einfache Art berühren." Am Mittwoch gibt es um 16 Uhr eine einstündige Führung mit Frederike Wouters, am Donnerstag um 11 und um 16 Uhr. "Am Freitag lohnt sich der Besuch allerdings am meisten, dann sind wohl die meisten Werke fertig", so Wouters. Aber auch noch lange nach der eigentlichen Aktion werden sie sichtbar sein, da sich die Farben halten werden und erst mit der Zeit wieder von der Natur weggespült werden. "Das ist ein ganz tolles Vorhaben, liebe Krefelder, lassen Sie sich hier verzücken", sagte Jürgen Sauerland-Freer, Leiter des Kulturbüros, der die Wood Art Gallery eröffnete.

Einige der Künstler gewährten schon Einblicke in ihre kommenden Werke. Francesca Arsi aus Italien nimmt sich eine Ansammlung von Kanalrohren vor und plant, diese in ein U-Boot zu verwandeln. "Dazu werde ich viele Blumen zeichnen, die dafür sorgen sollen, das U-Boot mit der Natur zu verschmelzen." Spektakulär dürfte das Vorhaben von Gregor Wosik werden. Er ist ein Meister der 3D-Straßenmalerei und hat 2012 auf 1500 Quadratmetern das größte 3D-Straßenmalerei-Projekt der Welt geschaffen. "Hier plane ich nun, eine Kreuzung verschwinden zu lassen. Mal sehen, ob es mir gelingt". Damit sich die Besucher in dem weitläufigen und mystischen Gelände zurechtfinden, plant der Niederländer Ruben Poncia eine Art Wegweiser, in dem seine Künstler-Kollegen im Cartoonstyle zu kleinen Gnomen werden.


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