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Wohin steuert die Kunstsammlung NRW?

Neue Leiterin Susanne Gaensheimer plant Spannendes

Am Dienstag, 3. Juli 2018, lud der Verein 701 zu einem Gesprächsabend zum Thema "Wohin steuert die Kunstsammlung NRW?" ein.

Düsseldorf - Als Gesprächspartner hatte der Verein den ehemaligen Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff und die Leiterin der Kunstsammlung, Prof. Dr. Susanne Gaensheimer gewinnen können. Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff hatte in seiner Zeit als Kulturstaatssekretär einiges für die Nordrhein-Westfälische Kulturlandschaft tun können. Er weiß, wie gut es dem Land geht, wenn es um Kulturetats geht. "Die Situation in Nordrhein-Westfalen ist gut. Wir haben mit Frau Pfeiffer-Pönsgens eine gute Kulturministerin," erklärt Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff. "Der Kulturetat wird, nachdem wir ihn unter Rüttger um 100 Prozent anheben konnten nun um die selbe Summe erhöht. Das sind annähernd 100 Millionen Euro mehr und ich glaube die neue Ministerin verteilt diese Mittel gut."

Die Stadt Düsseldorf ist einzigartig, wenn es um die Höhe des Kulturetats geht. Dieses Geld gibt den Kultureinrichtungen in der Stadt die Möglichkeit, spannende Ausstellungen zu realisieren, neue Kunstwerke zu erstehen und so hochkarätige Sammlungen aufzubauen. Die Kunstsammlung NRW ist das drittgrößte Museum in ganz Deutschland. "Und dass, obwohl es sich nur um die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts kümmern soll, während andere Museen Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende abzubilden versuchen," lobt Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff im xity-Interview.   

Seit September 2017 hat die Kunstsammlung NRW eine neue Direktorin. Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, die als eine der profiliertesten Kennerinnen für Gegenwartskunst gilt, will in Zukunft einige spannende Projekte in ihrem Haus umsetzen. "Düsseldorf ist in jeglicher Hinsicht vollkommen anders als das MMK in Frankfurt. Das MMK hat in der Stadt nie die Wertschätzung erfahren, die es verdient," erklärt die neue Leiterin der Kunstsammlung. Sie übernimmt die Verantwortung für das K20 und das K21 in Düsseldorf. "Ich will die Profile der beiden Häuser stärker entwickeln. Das bedeutet, der Schwerpunkt im K20 am Grabbeplatz liegt auf der klassischen Moderne und der Nachkriegs-Moderne und der Schwerpunkt im K21 im Ständehaus liegt auf der internationalen Gegenwartskunst. Das ist eine ganz grobe Einteilung dieser beiden Häuser. Die Sammlung der Kunstsammlung NRW ist eine weltberühmte Sammlung der klassischen Moderne. Eine fantastische Sammlung mit bedeutenden Meisterwerken von den großen Vertretern des frühen 20. Jahrhunderts, die Werner Schmalenbach aufgebaut hat. Diese Sammlung ist und bleibt das Herzstück unserer Arbeit am Grabbeplatz. Trotzdem muss man sich heutzutage die Frage stellen, wie kann man mit einer solchen Sammlung arbeiten. Das eine sind die Ausstellungen, das andere ist die Sammlung selbst." Hier will Gaensheimer etwas umsetzen, dass sie auch in Frankfurt oft getan hat: Sie will den Horizont der Ausstellungen erweitern und neben den europäischen Künstlern des 20. Jahrhunderts auch internationale Werke zu zeigen.

In Frankfurt hat sie mit großem Erfolg das MMK Museum für Moderne Kunst geleitet und seinen exzellenten Ruf, als eine der ersten Adressen für Gegenwartskunst, weiter ausgebaut. Als Kuratorin des Deutschen Pavillon der Biennale 2011 ist ihre mutige Entscheidung in Erinnerung geblieben, Christoph Schlingensief nach seinem überraschenden Tod auch posthum im Deutschen Pavillon auszustellen. Hier in Düsseldorf leitet sie nun ein Haus, welches als ein Leuchtturm in der deutschen Museumslandschaft gilt, das weit über die Landesgrenze hinaus leuchtet.


Wohin steuert die Kunstsammlung NRW?
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