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WM-Spiele der deutschen Elf für Fans mitunter gefährlich

DAK zählt mehr Fälle von Alkoholvergiftungen

Steht die deutsche Mannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften auf dem Platz, häufen sich in der Heimat die Fälle von Alkoholvergiftungen.

Berlin - Das zeigt eine Analyse der Krankenversicherung DAK für die vergangenen beiden Weltmeisterschaften von 2006 und 2010. Bei Spielen der deutschen Elf kamen demnach 15 Prozent mehr Patienten mit Alkoholvergiftungen in die Kliniken als an durchschnittlichen Tagen. Während nach Auswertung der Krankenhausdaten an normalen Tagen im Schnitt 40 Fälle von Alkoholvergiftungen behandelt wurden, waren es bei den Weltmeisterschaftsspielen 46 Fälle pro Tag.

Bei der Fußball-WM 2010 landeten laut DAK am Tag des ersten deutschen Spiels gegen Australien, das die deutsche Mannschaft 4:0 gewann, besonders viele Menschen mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus – 47,5 Prozent mehr als sonst. Auch das verlorene Halbfinale gegen Spanien brachte damals ein Drittel mehr Menschen wegen Alkoholmissbrauchs in die Klinik. "Jubelsaufen oder Frustsaufen scheint bei einigen Fußballfans leider dazu zu gehören", erklärte DAK-Experte Peter Rowohlt.

Keine Belege fand die Krankenkasse dagegen dafür, dass spannende Fußballspiele schlecht für das Herz sind. Im Gegenteil: In den Kliniken wurden laut DAK 20 Prozent weniger Patienten mit der Diagnose Herzinfarkt aufgenommen, wenn die deutsche Mannschaft auf dem Platz stand.

Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München waren vor einigen Jahren zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen. Sie untersuchten zur Fußball-WM 2006 in Deutschland anhand von Notarztprotokollen, wie sich emotionaler Stress auswirkt. Dabei zeigte sich, dass während der sieben Einsätze der deutschen Mannschaft fast dreimal so viele Patienten wegen akuter Herzprobleme in die Klinik mussten als an anderen Tagen. Bei Menschen mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße war das Risiko sogar fast viermal höher. Auch andere Studien belegen dieses Risiko.

Die Krankenkasse Barmer GEK riet deshalb vor den nächsten Spielen der deutschen Elf in Brasilien vor allem "Menschen mit bekannten Angina-Pectoris-Anfällen, einer koronaren Herzerkrankung oder auch mit Herzinsuffizienz" zur Vorsicht. Auch Patienten mit Herzrhythmusstörungen sollten vorsichtig sein, denn der Puls könne bei Aufregung "leicht mal schneller als 150 Schläge pro Minute sein", erklärte die Krankenkasse am Dienstag. Die Aufregung könne vermehrt zu Herzrhythmusstörungen und schlimmstenfalls zu einem Herzstillstand führen. Betroffene sollte daher ganz besonders auf die korrekte Einnahme ihrer Medikamente achten.

(xity, AFP)


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