23.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Wiedereröffnung der Uerdinger Bücherei

Wiedereröffnung der Uerdinger Bücherei

Bürgermeister Frank Meyer liest vor

Bei der ersten Montagslesung im neuen Jahr am 5. Januar 2015 von 18.30 bis 19.00 Uhr für die Wiedereröffnung der Bücherei Uerdingen liest Frank Meyer, SPD-Vorsitzender und Bürgermeister der Stadt Krefeld aus dem Irischen Tagebuch von Heinrich Böll vor.

Krefeld - Die Lesung findet in der Uerdinger Bücherei am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen statt. Es handelt sich um einen aufgrund von Krankheit nachgeholten, bereits für November 2014, geplanten Vorlesetermin.

Heinrich Böll (1917 – 1985)   nahm nach dem Abitur eine Lehre im Buchhandel auf, die er bald abbrach. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen.1945 kehrte er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire ›Die schwarzen Schafe‹ mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig und veröffentlichte Romane, Erzählungen, Hör- und Fernsehspiele sowie Theaterstücke. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u. a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger). Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen die Grauen des Krieges und seine Folgen, polemisierte gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den sechziger und siebziger Jahren unterstützte er die Außerparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare Nachrüstung. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock. Der Verband deutscher Schriftsteller wurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971 bis 1974).Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Georg-Büchner-Preis (1967), den Nobelpreis für Literatur (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974).

Irisches Tagebuch: Bevor Böll das Buch schrieb, hielt er sich mehrere Monate in Irland auf. Seine Eindrücke hat er in 18 Texten festgehalten, die zum größten Teil (ab 1954) zuerst in Zeitungen veröffentlicht und anschließend in eine zusammenhängende Komposition eingebracht wurden. Das Buch beschreibt Irland zu einem Zeitpunkt, als es noch eines der ärmsten Länder Westeuropas in isolierter Randlage war. Den Hintergrund der Erzählungen bilden die Rückständigkeit der Infrastruktur, die traditionelle Religiosität der Iren und der Aderlass durch Auswanderung nach Großbritannien und Übersee. Dabei vermittelt Böll in der Beschreibung persönlicher Begegnungen einen teils schwermütigen, jedoch durchweg positiven Eindruck von Irland und den Iren.

Seit der Schließung und trotz der Räumung der Uerdinger Bücherei finden die Montagslesungen regelmäßig jeweils von 18.30 Uhr bis 19.00 Uhr vor der Uerdinger Bücherei, Am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen bei jeder Witterung statt. Der Arbeitskreis „Erhalt Bücherei Uerdingen“ setzt mit dieser Maßnahme seine Initiative für die Wiedereröffnung bzw. den Erhalt der Bücherei Uerdingen fort. Zu den Lesungen kommen zwischen 15 und 60 Personen. Jede Lesung beginnt mit dem gemeinsamen Singen einer Strophe des Liedes „Die Gedanken sind frei“ und endet mit den drei umgedichteten Strophen auf die Uerdinger Bücherei. Außer den Vorlesenden zu lauschen, werden aktuelle Informationen zur Bücherei ausgetauscht. 

 


Tags:
  • Bücherei Uerdingen
  • Uerdingen
  • Bürgermeister der Stadt Krefeld
  • Frank Meyer

Copyright 2019 © Xity Online GmbH