23.06.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Widerstand gegen "Henry Kissinger Professur" an Uni Bonn

Widerstand gegen "Henry Kissinger Professur" an Uni Bonn

Initiative stößt sich an Ex-US-Außenminister

Die an der Universität Bonn geplante "Henry-Kissinger-Professur" stößt weiter auf Widerstand.

Bonn - In einer Erklärung wandte sich eine Initiative entschieden dagegen, eine Stiftungsprofessur nach dem früheren US-Außenminister zu benennen. Unterstützt wird der Appell auch von mehreren Wissenschaftlern. Die Initiative "Zivile Uni Bonn" lehnt zudem die Mitfinanzierung des Lehrstuhls durch das Bundesverteidigungsministerium ab.

Die Einrichtung der "Henry Kissinger Professur" für internationale Beziehungen und Völkerrechtsordnung war bereits im Mai vergangenen Jahres anlässlich des 90. Geburtstags des US-Politikers bekannt gegeben worden. Die Professur soll vom Verteidigungsministerium sowie vom Auswärtigen Amt gemeinsam finanziert werden. Das Vorhaben stößt bereits seit längerem auf Kritik. Der Start der Professur ist unklar. Noch läuft nach Angaben eines Sprechers der Uni Bonn das Berufungsverfahren.

Die Gegner des Vorhabens begründen ihre Ablehnung damit, dass der Name Kissinger für eine Professur für Völkerrecht untragbar sei. Als nationaler Sicherheitsberater und Außenminister in den 1970er Jahren sei er maßgeblich für die Außenpolitik der USA verantwortlich gewesen. Die Kritiker warfen ihm unter anderem vor, dass bei den von ihm "geplanten und überwachten Bombardements" in Vietnam, Kambodscha und Laos hunderttausende Menschen getötet worden seien.

"Nach dem Statut des Internationalen Strafgerichtshofs könnten einige seiner Handlungen als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angesehen werden", heißt es in der Erklärung. Die Gegner der Professur wandten sich zudem gegen die Mitfinanzierung durch das Verteidigungsministerium. Dies lasse "direkte und indirekte Einflussnahme befürchten".

(xity, AFP)


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