23.07.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Wer kennt sich mit dem Blindenleitsystem aus?

Wer kennt sich mit dem Blindenleitsystem aus?

Kampagne erklärt was es damit auf sich hat

Die Wichtigkeit taktiler Blindenleitsysteme für sehbehinderte und blinde Menschen ist sehr vielen sehenden Menschen unbekannt.

Düsseldorf - Dies hat eine kurze Umfrage in Düsseldorf ergeben. Die Bodenindikatoren aus Rippen- und Noppenplatten werden beispielsweise für Kunst am Bau oder Regenrinnen gehalten. Oft werden die Leitlinien daher aus Unkenntnis zugestellt. Beispielsweise stehen Fahrräder oder Mülltonnen darauf oder Bauzäune und Autos blockieren sie. Für blinde und sehbehinderte Menschen sind dies nicht nur Hindernisse sondern wahre Stolperfallen. Das soll sich nun ändern!

Die Kampagne "Streifenfrei" will mit einem künstlerischen Ansatz das Problem im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar machen. Das Blindenleitsystem soll vom gesellschaftlichen "Blindspot" ins öffentliche "Spotlight" gerückt werden. Daher wird nicht mit Plakaten um Aufmerksamkeit geworben, sondern die Informationen werden genau dort platziert, wo sie benötigt werden: vor den Füßen der Menschen. Dafür werden ab 6. Juni 2019, dem Tag der Sehbehinderung, im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee und weiter am Ausgang Corneliusplatz vom Künstlerkollektiv "TAPE THAT" die taktilen Leitlinien aufmerksamkeitsstark mit farbigem Spezialklebeband markiert. So wird das Leitsystem selbst zum Aushängeschild der Kampagne. Die Klebestreifen werden bis 9. Juni 2019 zu sehen sein. Direkt nach der Aktion wird es eine Info-Karte geben, die über die Kampagne und die Bedeutung der taktilen Leitlinien informiert.

Um die Bekanntheit in der Bevölkerung zu verankern, ist auch ein Parcours mit taktilen Bodenindikatoren beim nächsten Düsseldorfer KiTa-Bewegungscamp geplant. Es findet einmal im Jahr für mehrere Tage in der Leichtathletikhalle an der Merkur Spiel-Arena statt. Circa 3.000 Kinder können dann nur mit Hilfe des weißen Stocks (Langstock) über die entsprechenden Bodenplatten an ihr Ziel gelangen. Auf dem Weg befinden sich Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Der Parcours dient dazu, Kindern das Leben und die tagtäglichen Herausforderungen eines Menschen mit Sehbehinderung durch eigenes Erfahren näher zu bringen. Die Kinder können so zu Botschaftern werden, die auch die Eltern über die Bedeutung der taktilen Leitlinien informieren. Die Info-Kampagne wird unter anderem durch das Amt für Verkehrsmanagement, das Ordnungsamt, das Sportamt, die Awista und durch die Rheinbahn unterstützt.


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