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Wenn die Erde in NRW plötzlich bebt

Neues Erdbebenalarsystem in Betrieb genommen

Das moderne Erdbebenalarmsystem soll automatisch und vor allem schnell Informationen über Erdbeben sammeln, analysieren und weiterleiten.

Krefeld - Am 28. Mai 2015 wurde das neu entwickelte Erdbebenalarmsystem im Gebäude des Geologischen Dienstes NRW in Betrieb genommen. Innerhalb weniger Minuten soll ein landesweites Erdbebenalarmsystem in Zukunft den Ort, die Stärke und den zu erwartenden Schaden eines Erdbebens sammeln, analysieren und automatisch an das Lagezentrum der Landesregierung und die Landesleitstelle der Polizei weiterleiten. "Wir sind stolz, durch das Erdbebenalarmsystem ein zusätzliches Plus an Sicherheit für unser Land anbieten zu können", sagte Minister Garest Duin. Auch Dr. Klaus Lehmann, Dipl.-Phsysiker beim geologischen Dienst NRW, ist sehr froh über die Inbetriebnahme des Systems:"Wir haben da viel Engagement und viel Kreativität reingesteckt und nach fünf Jahren Bearbeitungszeit ein Ergebnis zu sehen, dass ist schon ein guter Moment."

Bisher mussten alle Daten von den Seismologen des Geologischen Dienstes NRW manuell ausgewertet werden. Das war nicht nur sehr aufwendig, sondern kostete sehr viel wertvolle Zeit. Das neue System kann durch die nun standardisierte Erdbebenmeldung innerhalb von sieben Minuten an die Behörden gesendet werden. Durch diese kurze Zeitspanne ist es mögliche, die Informationen bevor einer Überlastung der Übertragungsnetze zu versenden.

Die Region in der Niederrheinischen Bucht zählt zu den Gebieten mit der höchsten Erdbebenaktivität in Deutschland. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass man in dieser Region auch mit stärkeren Erdbeben rechnen kann. Am 13. April 1992 kam es um Roermond in den Niederlanden zu einem Erdbeben der Stärke 5,9 auf der Richter-Skala. Insgesamt wurden dadurch 30 Personen verletzt und es entstand ein Sachschaden von rund 40. Millionen Euro auf dem Gebiet in Nordrhein-Westfalen. Auch dies ist ein Grund, warum weiter an dem Projekt gearbeitet wird. Zukünftig sollen nicht nur in NRW lokale Behörden von dem Erdbebenalarmsystem profitieren. Eine weite Vernetzung soll für mehr Sicherheit und schnellere Hilfe an Epizentren sorgen.

Wenn es zu einem starken Erdbeben kommen sollte, so verriet uns Dr. Klaus Lehmann, sollte man sich beispielsweise schützend unter einen Tisch retten. Dadurch sei man vor "herunterfliegenden Gegenständen oder zusammenbrechenden Decken geschützt", erklärte der Diplom-Physiker weiter. Man sollte versuchen ins Freie zu gelangen, aber man sollte es nicht überstürzen, denn auch da lauern einige Gefahren in Form von beispielsweise Dachpfannen oder anderen Gegenständen.


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  • Geologischer Dienst NRW
Wenn die Erde in NRW plötzlich bebt
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