Weitere Verhaftung nach Ermittlungen gegen Hamburger Drogenschmuggler

Verdächtiger soll tonnenweise Kokaineinfuhr aus Südamerika organisiert haben

Im Zusammenhang mit Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BKA) gegen eine Bande hochprofessioneller Drogenhändler am Hamburger Hafen hat es eine weitere Festnahme gegeben.

Im Zusammenhang mit Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BKA) gegen eine Bande hochprofessioneller Drogenhändler am Hamburger Hafen hat es eine weitere Festnahme gegeben. Ein 44-jähriger deutscher Staatsbürger sei in England mittels eines europäischen Haftbefehls des Amtsgerichts Hamburg festgenommen worden, erklärte das BKA am Mittwochabend. Er soll demnach Kokaintransporte im Tonnenbereich von Südamerika nach Europa und die Verteilung der Drogen in Hamburg organisiert haben.

Das BKA hatte im November verschiedene Objekte in Hamburg, Bremen und im Süden Schleswig-Holsteins durchsucht und mehrere Haftbefehle vollstreckt. Die Beschuldigten sollen zu einem Netzwerk aus dem Bereich der organisierten Kriminalität gehören, das sich auf den Schmuggel sehr großer Kokainladungen aus den südamerikanischen Anbauländern nach Hamburg spezialisiert hat.

Unter den Festgenommenen befanden sich die Organisatoren der Drogentransporte, Kokainhändler und Frachtunternehmer. Der nun festgenommene 44-Jährige galt seit November als flüchtig, wie das BKA erklärte. Die internationale Fahndung und Zusammenarbeit mit den britischen Behörden hätten "zur Feststellung seines Aufenthaltsortes und damit zu seiner Verhaftung" geführt.

Der Razzia im November waren monatelange Ermittlungen des BKA und der Hamburger Staatsanwaltschaft vorangegangen. In diesem sowie im vergangenen Jahr hatte der Zoll im Hamburger Hafen wiederholt sehr große Kokainlieferungen abgefangen, die in Frachtcontainern an Bord von Seeschiffen zwischen unverdächtiger Ladung versteckt waren.

Nach Angaben des BKA spielte die Auswertung von Kurznachrichten im von Kriminellen genutzten Handykommunikationsnetzwerk EncroChat bei den Ermittlungen eine wichtige Rolle. Französische und niederländische Ermittler drangen vor Monaten in das verschlüsselte System ein und fingen viele Millionen Nachrichten ab.

Über das EncroChat-Netzwerk kommunizierten mutmaßliche Verbrecher aus dem Bereich der organisierten Kriminalität nach Angaben der Behörden europaweit und planten dabei freimütig schwerste Straftaten wie etwa Drogenhandel, Mord, Geldwäsche, Erpressung und Entführung. In mehreren Ländern gab es in diesem Zusammenhang schon Großrazzien, bei denen etwa tonnenweise Drogen gefunden wurden.

© 2021 AFP