17.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Weiter keine Lösung für Aufnahme von Castor-Behältern

Weiter keine Lösung für Aufnahme von Castor-Behältern

Chefgespräch soll vor Ostern Durchbruch bringen

Nach einem Bund-Länder-Gespräch zeichnet sich weiter keine Lösung für die Zwischenlagerung der restlichen Castor-Behälter mit Atommüll ab, den Deutschland aus Großbritannien und Frankreich noch zurücknehmen muss.

Nach einem Bund-Länder-Gespräch zeichnet sich weiter keine Lösung für die Zwischenlagerung der restlichen Castor-Behälter mit Atommüll ab, den Deutschland aus Großbritannien und Frankreich noch zurücknehmen muss. Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, äußerte sich aber anschließend in Berlin zuversichtlich, dass in den kommenden beiden Monaten hierfür ein Weg gefunden werde. Dazu solle es vor Ostern ein Treffen von Ressortchefin Barbara Hendricks (SPD) mit den Ministerpräsidenten der Länder geben.

Insgesamt werden noch 26 Castoren zurückerwartet, im Jahr 2015 fünf aus der französischen Atomanlage La Hague und nach Angaben Flasbarths in den Jahren 2017 bis 2019 insgesamt 21 weitere aus dem britischen Sellafield. Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg hatten bereits im Rahmen der Verhandlungen über ein Endlager-Suchgesetz die Aufnahme von Castoren angeboten, aber nur wenn sich mindestens noch ein drittes Land beteiligt.

Im Gespräch sind dafür bislang vor allem das hessische AKW Biblis, das Zwischenlager Nord bei Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern sowie möglicherweise ein Standort in Bayern. Keines dieser Länder hat sich allerdings bislang zu einer Aufnahme bereit erklärt.

Flasbarth schloss erneut aus, dass es einen weiteren Transport ins niedersächsische Gorleben geben könnte: "Gorleben steht für die Zwischenlagerung nicht mehr zur Verfügung." Er kündigte an, zunächst solle nun auf Arbeitsebene über Kriterien für die Standortauswahl beraten werden. Von Seiten der Länder seien in dem Gespräch am Freitag unterschiedliche Argumente genannt worden, neben technischen Fragen wie Transportwegen auch das Kriterium, in welchem Bundesland wie viel Atommüll bislang entstanden sei.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hob hervor, die Frage der Zwischenlagerung müsse politisch gelöst werden. Gemessen an der Menge des Atommülls, der heute noch ständig neu anfalle, seien die 26 Castoren "eine lösbare Aufgabe". Habeck stellte die Frage, wie jemals ein Atommüll-Endlager in Deutschland gefunden werden solle, falls es jetzt nicht einmal gelingen sollte, sich auf einen Standort für die Zwischenlagerung der verbleibenden Castor-Behälter zu verständigen.

© 2014 AFP


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