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Was tun, wenn der Ausbildungsbetrieb schließt?

René Zimmermann dankbar über nahtloser Übergang

René Zimmermann begann voller Elan seine Ausbildung als Industriemechaniker. Doch dann ging sein Ausbildungsbetrieb aus Neuss in die Insolvenz. Dank der Arbeitsagentur fand er bei Rhein-Getriebe einen neuen Ausbildungsbetrieb in Meerbusch.

Was tun, wenn der Ausbildungsbetrieb schließt?

Neuss - Er musste sich schon ein wenig die Finger wund telefonieren, bis er alle versorgt hatte. Gerhard Verfürth, stellvertretender Teamleiter im Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Neuss, hatte im vergangenen August einen ganz besonderen Auftrag von seiner Geschäftsführung bekommen: Er musste mal eben für acht Auszubildende des insolventen Unternehmens Whitesell einen neuen Ausbildungsbetrieb finden.

"Das war nicht ganz so einfach, weil alle freien Ausbildungsstellen zu diesem Zeitpunkt bereits besetzt waren", erinnert sich Gerhard Verfürth. Bei Frank Broich, Ausbildungs- und Betriebsleiter der Firma Rhein-Getriebe GmbH in Meerbusch, stieß sein Ansinnen jedoch gleich auf Gegenliebe. "Wir sagten sofort zu, dass wir drei Auszubildende übernehmen." Einer, René Zimmermann, nahm das Angebot an. Er setzte seine ursprüngliche Ausbildung als Industriemechaniker jetzt als Zerspanungsmechaniker Fachrichtung Drehtechnik nahtlos am 1. Dezember 2015 bei der Firma Rhein-Getriebe in Meerbusch fort. "Nicht nur ich, meine ganze Familie war beruhigt, dass ich meine Ausbildung auch weiterführen kann", erinnert sich der 21-Jährige aus Kaarst.
 

"Bei einer Insolvenz sind oft auch die Auszubildenden die Verlierer", sagt Wolfgang Draeger, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur Mönchgengladbach. "Deshalb war es uns sehr wichtig, dass alle acht ehemaligen Azubis von Whitesell in anderen Betrieben unterkommen. Unser Arbeitgeber-Service hat die guten Kontakte zu den Personalverantwortlichen und kann entsprechend reagieren." Dazu gehört neben vielen Telefonaten auch die Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen und persönliche Beratung der jungen Menschen.
Nicht nur René Zimmermann freut sich über seinen neuen Arbeitgeber, auch Dipl.-Wirt.-Ing. Hermann Heringer ist sehr angetan von seinem neuen Azubi. "Er macht sich wirklich sehr gut", betont der Geschäftsführer von Rhein-Getriebe GmbH. Und nicht ohne Augenzwinkern fährt er fort: "Wir sollten nur noch Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr nehmen, dann sind die ersten Anlaufschwierigkeiten überwunden und die jungen Menschen wissen, was sie wollen, und nehmen die Ausbildung dementsprechend sehr ernst."
 
René Zimmermann kann seinen Ausbildungsbetrieb nur weiterempfehlen: "Ich bin hier klasse aufgenommen worden, lerne viel und werde bei allen Fragen unterstützt. Ich habe echt Glück gehabt."


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