17.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Warnung vor Kopfhörern im Bahnbereich

Warnung vor Kopfhörern im Bahnbereich

Weder Warnsignale noch Fahrgeräusche wahrnehmbar

Die Rheinbahn warnt dringend vor dem Tragen von Kopfhörern, wenn man im öffentlichen Verkehrsraum unterwegs ist.

Düsselorf - Aktueller Anlass ist ein erneuter schwerer Unfall mit einer Frau, die beim Versuch, eine Bahn der Linie U75 in Heerdt zu erreichen, den Zug in Gegenrichtung nicht nur nicht gesehen, sondern laut Zeugenaussagen weder dessen Warnsignale noch Fahrgeräusche gehört hat – sie trug Kopfhörer. Sie wurde von der Kupplung der Bahn erfasst, zur Seite geschleudert und hat schwere Verletzungen erlitten. Dieser Vorfall ist der fünfte in diesem Jahr mit Unfallverursachern, die Kopfhörer trugen!
"Schon wieder Kopfhörer“, kommentierte das daher auch einer der Rettungssanitäter am heutigen Morgen am Unfallort. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass diese – wegen der mulitfunktionalen Smartphones zudem immer mehr verbreitete – Angewohnheit längst überall im Verkehr äußerst gefährlich geworden ist: wenn man Straßen quert, über Gleise oder Fahrbahnen läuft, Gleisüberwege benutzt – mit gehörgangsverstopfenden Knöpfen im Ohr.
Die Rheinbahn dürfte nicht einzig Betroffene und Unfallbeteiligte sein: Die Bemerkung des Unfallhelfers deutet auf eine zunehmende Zahl schwerer Unfälle mit Passanten und Fahrradfahrern hin, die einen Teil ihrer Wahrnehmung durch Hören – zudem oft lauter – Musik (Texte, Telefonate …) im Wortsinn ausschalten und damit "nicht mehr alle fünf Sinne beisammen“ haben. Nicht zuletzt kommt hinzu, dass jeder dieser Unfälle mehr oder weniger stark betroffene Fahrer hinterlässt, die wegen Schocks behandelt werden müssen und teilweise sogar länger ausfallen.
- Die Rheinbahn hatte erst vor zwei Wochen, am 23. Juli, einen ähnlichen Unfall am Konrad-Adenauer-Platz, Hauptbahnhof, bei dem ebenfalls eine kopfhörertragende Frau ohne Reaktion auf die akustischen Signale der Bahn in einen Zug der Linie 704 hineingelaufen ist und verletzt wurde.
- Am 18. Juni ist es ein junger Fahrradfahrer, der auf der Strecke der Linie U79 am Freiligrathplatz in eine Bahn fährt und hinterher dass Nichthören der Bahn und ihrer Signale wegen seiner Kopfhörer als Grund für seine fehlende Aufmerksamkeit und damit Unfallursache angegeben hat; er wurde schwer verletzt.
- Am 30. April läuft eine Joggerin mit Kopfhörern in Höhe Fischerstraße/Homberger Straße seitlich gegen eine vorbeifahrende U78, nachdem die schon einige Meter an ihr vorbeigefahren ist (!) und kommt mit leichten Verletzungen davon.
- Ebenfalls glimpflich ging es für einen Kopfhörerträger aus, der nur 14 Tage vorher an der Collenbachstraße/Römerstraße die Bahn der Linie 715 und ihre Klingelsignale nicht hören kann, vor den Zug läuft und umgestoßen wird.

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