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Wanka will Ängsten vor digitalen Gefahren entgegenwirken

Ministerin fordert Debatte über Chancen und Risiken

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) fordert angesichts des Vormarschs digitaler Techniken in allen Lebensbereichen eine gründliche Debatte über deren Chancen und Risiken. "Durch die Digitalisierung praktisch unserer gesamten Umgebung sind bei vielen Menschen Ängste und Verunsicherungen entstanden", sagte Wanka.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) fordert angesichts des Vormarschs digitaler Techniken in allen Lebensbereichen eine gründliche Debatte über deren Chancen und Risiken. "Durch die Digitalisierung praktisch unserer gesamten Umgebung sind bei vielen Menschen Ängste und Verunsicherungen entstanden", sagte Wanka in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Was Forschung und Wissenschaft zum besseren Schutz der Persönlichkeitsrechte im Internet und zur Sensibilisierung für den Datenschutz beitragen könnten, soll nach ihren Worten ein wichtiges Thema des Wissenschaftsjahrs "Digitale Gesellschaft" sein. Dieses wird am Mittwoch offiziell eröffnet.

In dem Wissenschaftsjahr sollen in den kommenden Monaten in Veranstaltungen bundesweit die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung mit Bürgern und Forschern diskutiert werden. Bei zahlreichen Filmvorführungen, Ausstellungen und Dialogforen geht es um den aktuellen Stand der Forschung, unter anderem um Sicherheit im Internet, Gefahren durch Hacker, soziale Netzwerke und ältere Menschen in der Mediengesellschaft.

Mit Blick auf die durch die NSA-Spähaffäre ausgelöste Debatte um Datensicherheit und Bürgerrechte sagte Wanka, das Wissenschaftsjahr solle auch "den Einzelnen sensibilisieren, zu gucken, wo er seine Daten hingibt". In der Forschung sei die IT-Sicherheit schon länger ein wichtiger Schwerpunkt, um auch die Menschen besser in die Lage zu versetzen, "selbstbestimmt zu agieren und ihre Persönlichkeitsrechte zu schützen".

Bei Hightech-Forschung dürfe es nicht nur darum gehen, Geld zu investieren, "sondern man muss auch immer schauen, was sind die Folgen für die Gesellschaft", sagte die Ministerin AFP. Die große Skepsis der Bürger bei Innovationen habe auch "damit zu tun, dass man die Bedenken nicht immer ausreichend ernstgenommen hat". Zur Forschung im Bereich der digitalen Technologien gehöre deshalb ein verantwortungsvoller Umgang mit den "Chancen und Risiken des Fortschritts" und möglichen "sozialen und ethischen Herausforderungen".

Wenn es etwa um die Vernetzung von Stromzählern oder das sogenannte Internet der Dinge gehe, müsse immer wieder gefragt werden, wie weit die Technik gehen dürfe. "Wir wollen ja keine gläsernen Menschen", sagte Wanka.

Die Ministerin äußerte im Gespräch mit AFP die Hoffnung, dass vor allem auch Ältere zu den Veranstaltungen des Wissenschaftsjahrs kommen. Im Gegensatz zu Jüngeren, "die heute ja oft mit dem Smartphone aufwachsen", seien Ältere oft skeptisch, was die neuen Technologien angehe.

Es sei durchaus nachvollziehbar, wenn an Neuerungen "mit gewissem Bedacht" herangegangen werde, sagte Wanka. Dennoch biete die Digitalisierung gerade für Ältere viele "faszinierende Möglichkeiten", für die geworben werden müsse. Als Beispiele nannte sie ein längeres selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung durch vernetzte Haustechnik oder die Möglichkeit, über das Internet Bestellungen nach Hause bringen zu lassen. Problematisch sei für Ältere aber häufig die Bedienbarkeit neuer Techniken. Das "zielgruppengenaue" Entwickeln sei deshalb besonders in der Digitaltechnik "ein Bereich, wo noch viel Forschung nötig ist".

+++ Informationen zum Wissenschaftsjahr 2014 im Internet unter: +++

© 2014 AFP


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