09.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Wanka gegen voreilige Rückkehr zu neunjährigem Gymnasium

Wanka gegen voreilige Rückkehr zu neunjährigem Gymnasium

Ministerin: "In Sachsen funktioniert das G8 klasse"

Im Streit um die Verkürzung des Gymnasiumsbesuchs hat Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) die Länder vor einer vorschnellen Rückkehr zum neunjährigen System gewarnt.

Berlin - In der Bildung seien "jene Länder am erfolgreichsten, die über einen langen Zeitraum hinweg Kontinuität haben", sagte die Ministerin der "Welt am Sonntag". Ständig zu wechseln, bringe Unsicherheit. Wanka warnte davor, "über die Frage des acht- oder neunjährigen Gymnasiums einen ideologischen Kampf zu führen". Auch dürften keine Hürden aufgebaut werden: Der Wechsel von einem Bundesland zum anderen müsse problemlos möglich sein.

Mehrere Bundesländer kehren derzeit zum neunjährigen Gymnasium zurück, nachdem sie erst vor wenigen Jahren die Gymnasialzeit um ein Jahr verkürzt hatten. Der Grund dafür sind auch Klagen von Eltern, die sich über die hohe Belastung für ihre Kinder beschweren. Wanka ermahnte die Länder, sich solchem Druck nicht voreilig zu beugen. "In der Politik ist wichtig, dass man Stimmungen nicht ignoriert. Aber man muss auch in der Lage sein, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, wenn sie richtig sind." Es sei verkehrt, "Politik nach Umfragen zu machen".

Als vorbildhaft nannte Wanka "Länder wie Nordrhein-Westfalen, die beim achtjährigen Gymnasium bleiben wollen". Die Ministerin ließ in dem Interview auch eine persönliche Präferenz für das achtjährige Gymnasium erkennen: "Ich bin Sächsin. Und in Sachsen funktioniert das G8 klasse."

(xity, AFP)


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