18.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Wagenknecht beklagt Vermögensspaltung in Deutschland

Wagenknecht beklagt Vermögensspaltung in Deutschland

Sammlungsbewegung "Aufstehen" startet am Samstag mit Internetseite

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat eine Vermögensspaltung der Gesellschaft beklagt.

Berlin - Die regionale und tiefe Spaltung beim Wertpapiervermögen zeige "das eklatante Versagen der letzten Bundesregierungen bei der Schaffung gleicher Lebensverhältnisse und einer gerechten Verteilung des Reichtums", sagte Wagenknecht der "Berliner Zeitung" von Samstag. Wagenknechts neue linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" wird ab dem Mittag mit einer Internetseite präsent sein, Anfang September soll es offiziell losgehen.

Die Linken-Politikerin bezog sich auf eine Umfrage für die Direktbank Comdirect. Demnach halten in Magdeburg ein Prozent der Bürger Aktien, in Hamburg-Harburg dagegen 35 Prozent und in Starnberg 66 Prozent. In Berlin beträgt die Quote dem Bericht zufolge fünf Prozent - mit deutlich mehr Aktienbesitzern im Westen als im Osten der Stadt. Für den Anlage-Atlas wurden demnach 45.000 Bundesbürger zu ihrem Anlageverhalten befragt.

"In Merkels Niedriglohnparadies Deutschland hat sogar jeder zweite Bürger kein Vermögen mehr und kann nichts ansparen, geschweige denn in Aktien investieren", fügte die Linken-Politikerin hinzu. Es sei nicht verwunderlich, dass überdurchschnittlich viele dieser ärmeren Menschen in strukturschwachen Regionen wie dem Saarland oder einigen ostdeutschen Bundesländern zu finden seien.

Wagenknecht kritisierte die "fatale Eurokrisenpolitik" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank, die diese ungleiche Verteilung noch verstärkten, weil so die Börsenkurse aufgeblasen und die Aktien- und Immobilienvermögen der Reichen in die Höhe getrieben würden. Im Gegensatz dazu würden die Sparguthaben von weniger einkommensstarken Menschen entwertet und ihre niedrigen Einkommen durch stark steigende Mieten sowie Lebensmittelpreise belastet.

Wagenknecht forderte "eine solide und soziale Politik in Deutschland und Europa, die seriöse und risikolose Geldanlagen mit einer angemessenen Rendite für alle wieder möglich macht".

Wagenknecht will mit ihrer neuen Bewegung für linke politische Mehrheiten sorgen und dabei neben Anhängern ihrer eigenen Partei auch Mitglieder von SPD und Grünen sowie Parteilose ansprechen. "Unser Ziel sind natürlich andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda", sagte Wagenknecht dem "Spiegel".

In ihrer eigenen Partei hatte die Initiative der ebenso umstrittenen wie prominenten Wagenknecht die Befürchtung hervorgerufen, die Fraktionsvorsitzende könnte die Linke spalten. Die Linken-Parteispitze lehnte das Vorhaben lange ab.

(xity, AFP)


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