21.06.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Wachsende Kritik an türkischem Vorgehen in Syrien-Konflikt

Wachsende Kritik an türkischem Vorgehen in Syrien-Konflikt

Röttgen zweifelt Rolle Ankaras als sicherer EU-Partner an

Angesichts des gewaltsamen Vorgehens der Türkei im Syrien-Konflikt verstärkt sich in Deutschland die Kritik an Staatschef Recep Tayyip Erdogan.

Berlin - "Erdogan hat das Land in eine heillose Konfrontation hineinmanövriert", sagte der Nahostexperte Udo Steinbach dem Magazin "Focus" aus München. Er machte Erdogan laut der Zeitschrift indirekt mitverantwortlich für den Anschlag auf türkische Soldaten in Ankara, bei dem 28 Menschen getötet worden waren.

Die Türkei beschießt seit Tagen syrische Kurden im Norden des Nachbarlands von türkischem Boden aus mit Artillerie. Getroffen wurden Berichten zufolge auch Wohngebiete in kurdischen Ortschaften. Zudem eskaliert der Kurdenkonflikt innerhalb der Türkei. Die türkische Regierung macht syrische Kurden für den Anschlag in Ankara verantwortlich, was diese aber zurückweisen.

Sollte die Türkei auf den Anschlag mit einem Einmarsch in Syrien reagieren, wäre das "eine Riesenkatastrophe", warnte der frühere deutsche Nato-General Harald Kujat. Er forderte die USA auf, Druck auf die Regierung in Ankara auszuüben, um diesen weiteren Eskalationsschritt zu verhindern. Die USA unterstützen die syrischen Kurden unter anderem mit Luftangriffen in deren Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) - zum Ärger der Türkei.

Auch der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen beklagte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag die "dramatische Eskalation der Gewalt" im Kurdenkonflikt in der Türkei. Die EU habe mit der Türkei keinen sicheren Partner gefunden, sagte Röttgen dem Blatt zufolge weiter. "Doch wir benötigen und wünschen diese Kooperation" in der Flüchtlingskrise, fügte der CDU-Politiker allerdings hinzu.

Deutschland und die EU wollen durch Absprachen mit der Türkei den Zustrom von Flüchtlingen begrenzen. Dies soll Anfang März bei einem Sondergipfel weiter abgesprochen werden.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH