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Vorsicht, bissig...oder doch nicht?

Jason Statham legt sich mit einem Megalodon an

Schick anzuschauender, aber zahnloser Hai-Thriller nach einem Bestseller aus der Feder von Steve Alten.

Düsseldorf - Im Mittelpunkt der Buchverfilmung steht der kompetente, inzwischen jedoch versoffene Tauchexperte Jonas Taylor (Jason Statham), der seinen Job als Tiefseeretter nach einem tragisch verlaufenen Einsatz vor fünf Jahren an den Nagel gehängt hat. Der Meereswissenschaftler Dr. Zhang (Winston Chao) wendet sich an den Spezialisten und bittet Taylor um sofortige Unterstützung. Ein Expeditionsteam der hochmodernen, im Pazifik gelegenen Forschungsstation Mana One konnte in eine bislang unbekannte Ozeanschicht vordringen, sitzt in Folge eines heftigen Zusammenstoßes mit einem riesigen Tier aber in der Tiefe fest. Als der Profitaucher hört, dass sich seine Ex-Frau Lori (Jessica McNamee) unter den Eingeschlossenen befindet, gibt er seine ablehnende Haltung auf.

Bei seiner Ankunft auf Mana One hat sich Zhangs ehrgeizige Tochter Suyin (Li Bingbing) bereits auf den Weg gemacht, um die Crew aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Zu allem Überfluss wird den Beteiligten schnell klar, dass sie es mit einem aggressiven Megalodon, einem gigantischen Urzeithai, zu tun haben, dem Taylor bei seinem letzten Tauchgang bereits begegnet ist - was ihm bislang kaum jemand glauben wollte.

Dass "Meg" keine Sternstunde der Erzählkunst werden würde, war abzusehen. Und doch ist es ernüchternd, wie halbherzig und schlampig die Drehbuchautoren teilweise zu Werke gehen. Jonas' Ex ist eine reine Funktionsfigur, die lediglich dazu dient, den anfänglichen Widerstand des Helden zu brechen. Taylors Trauma, das auf einer folgenschweren Entscheidung des Rettungstauchers fußt, könnte ein reizvolles Charaktermerkmal sein, wird aber leider allzu schnell über Bord geworfen. Obwohl der Film einige Frauen in prominenten Positionen zeigt, kommen sie über den Status von Stichwortgeberinnen nicht hinaus. Selbst Suyin darf höchstens alibimäßig zur Tat schreiten, während Alleskönner Jonas immer wieder das Heft des Handelns in die Hand nimmt. Verglichen mit Jaume Collet-Serras knackigem Raubfischthriller "The Shallows - Gefahr aus der Tiefe", in dem Blake Lively als taffe Überlebenskämpferin agierte, wirkt Turteltaubs Film in puncto Geschlechterrollen reichlich überholt.

Deutlich wird beim Blick auf den effektiven, moderat budgetierten Reißer von 2016 außerdem, dass die 150-Millionen-Dollar-Produktion "Meg" es nicht versteht, konstant Spannung zu erzeugen. Wo Collet-Serra mit seinem kammerspielartigen Bedrohungsszenario eine beachtliche Intensität kreierte, fehlt es dem Jason-Statham-Vehikel trotz mancher Gänsehautanflüge und handwerklich solide umgesetzter Actionsequenzen an echtem Biss.

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