17.07.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Vor Kauf von E-Scootern genau informieren

Vor Kauf von E-Scootern genau informieren

Diese Anforderungen muss der City-Flitzer erfüllen

Seit dem 15. Juni 2019 ist es amtlich: Mit Inkrafttreten der Verordnung für "Elektrokleinstfahrzeuge" ist in Deutschland eine neue Fahrzeugklasse für den Straßenverkehr zugelassen.

Köln - Zu den neuen Kraftfahrzeugen gehören beispielsweise Elektrostehroller, so genannte E-Scooter. Alle diese kleinen Fahrzeuge zeichnet aus, dass sie einen Elektroantrieb besitzen, über keinen Sitz verfügen, maximal mit Tempo 20 fahren dürfen und nur Radwege oder - wenn diese nicht vorhanden sind - die Fahrbahn benutzen dürfen. Gehwege sind tabu.

Wer sich für den Kauf eines E-Scooters interessiert, sollte unbedingt beachten, dass das Modell über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine Einzelgenehmigung verfügt. "Ohne Einzelgenehmigung oder Allgemeine Betriebserlaubnis durch das Kraftfahrt-Bundesamt ist ein E-Scooter nicht für die Nutzung auf öffentlichen Straßen zugelassen. Solche anderen Elektro-Fahrzeuge dürfen nur als Spielgeräte auf privatem Gelände benutzt werden", so Thomas Rohr, Zweiradexperte von TÜV Rheinland. Das heißt auch: Die meisten E-Scooter, die bereits vor dem 15. Juni 2019 gekauft wurden, besitzen keine Zulassung für die Nutzung auf öffentlichen Straßen. Hier sollte man sich gegebenenfalls nochmals genau in den Bedienhinweisen informieren.

Elektrostehroller dagegen, die in einem Leihsystem betrieben und genutzt werden, verfügen üblicherweise über die erforderliche Genehmigung und die - ebenfalls vorgeschriebene - Haftpflichtversicherung mit der Versicherungsplakette am Fahrzeug.

Große Unterschiede bei Preis und Leistung

Vor dem Kauf eines E-Scooters empfehlen die Fachleute von TÜV Rheinland zudem, sich genau zu informieren. Es gibt sehr große Unterschiede beim Preis, aber auch bei Eigenschaften, Qualität und Leistungsfähigkeit der Modelle. Wichtig ist es, sich genau darüber klar zu sein, wie der Elektrostehroller genutzt werden soll; so spielt die Reichweite des Akkus eine Rolle bei der täglichen Nutzung. Rund 20 Kilometer sollten es sein. Auch die Ladezeit kann für Vielfahrer relevant sein. Soll der Roller regelmäßig in Bus und Bahn transportiert werden, spielen Gewicht und Handhabung eine sehr große Rolle. "Unabhängig vom Modell empfehlen wir, nur bei bekannten Händlern und seriösen Quellen zu kaufen", so Rohr. Dies sei beispielsweise bei Reklamationen, für die Wartung oder in Garantiefällen wichtig.

"Balanceakt": Vor dem Start die Handhabung und Bedienung üben

Vor der ersten Fahrt ist es empfehlenswert, die Gebrauchsanweisung genau zu lesen und zu befolgen. Dies gilt vor allem für die Sicherheitsausstattung und die Handhabung des Akkus sowie des Ladesystems. Dies gilt aber auch für die Fahreigenschaften des Elektrorollers. 

Kurvenfahrten, anhalten, bremsen, Gas geben: Diese Manöver sollten speziell geübt werden. Aufgrund der relativ kleinen Raddurchmesser reagieren die E-Scooter auch völlig anders als beispielsweise Fahrräder auf kleinere Unebenheiten, Bodenwellen, an Bordsteinkanten oder beim Wechsel des Straßenbelags und auf Kopfsteinpflaster. Deshalb sollten auch stets beide Hände möglichst an der Lenkstange bleiben. Eine Ausnahme bildet das Abbiegen: Hier empfehlen die Fachleute wie beim Radfahren deutliche Handzeichen zu geben und genau auf den Verkehr, die Vorfahrtsregeln sowie andere Verkehrsteilnehmer zu achten.

Gegenseitige Rücksicht sehr wichtig

Schließlich plädieren die Fachleute von TÜV Rheinland dafür, stets einen Helm bei der Fahrt mit dem E-Roller zu nutzen, auch wenn dies in Deutschland keine Pflicht ist. Helle, auffällige Kleidung, Reflektoren oder eine Warnweste sind ebenfalls sinnvoll, besonders bei der Fahrt in der Dämmerung oder Dunkelheit.


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