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Von Nazis geraubtes Gemälde an Polen zurückgegeben

Steinmeier übergibt Guardi-Bild an Sikorski

Das Gemälde "Palasttreppe" von dem Künstler Francesco Guardi wurde 1939 von den deutschen Besatzern im Nationalmuseum in Warschau beschlagnahmt.

Berlin - Das im Zweiten Weltkrieg von den Nazis aus Warschau geraubte Gemälde "Palasttreppe" des Künstlers Francesco Guardi ist zurück in polnischem Besitz. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) übergab das etwa 250 Jahre alte Gemälde in Berlin an seinen polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski. "Wir sind beide froh, dass dieses bedeutende Werk nach rund 75 Jahren wieder nach Polen an das Nationalmuseum Warschau zurückkehrt", erklärten die beiden Diplomaten gemeinsam. "Die Rückgabe ist ein sichtbares Symbol gegenseitigen Vertrauens."

Das Werk des italienischen Malers Guardi ist kaum größer als ein DIN-A4-Blatt und stellt den Treppenaufgang zum Dogenpalast in Venedig dar. Es war 1939 von den deutschen Besatzern im Nationalmuseum in Warschau beschlagnahmt und nach Ende des Zweiten Weltkriegs in die Beutekunst-Sammelstelle in Wiesbaden gebracht worden. Von dort gelangte es in die Universität Heidelberg und später in die Staatsgalerie Stuttgart, wo es bis zuletzt lagerte.

Steinmeier bezeichnete das "kleine, fast unscheinbare" Werk als "eines der herausragenden Gemälde" in Warschau. Die Nazis hatten es nach dem Raub der Kategorie "Erste Wahl" zugeordnet und für das geplante "Führermuseum" in Linz vorgesehen.

Sikorski nannte den Raub einen "unwahrscheinlichen Verlust" für das kulturelle Erbe Polens, das im Zuge des Zweiten Weltkriegs etwa eine halbe Million Kunstwerke verloren habe. Seinem deutschen Kollegen sagte Sikorski zum Ende der jahrzehntelange Odyssee des Gemäldes: "Sehr gerne nehme ich dieses Geschenk wieder an."

(xity, AFP)


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