Von der Leyen prüft Leasing von Transportflugzeugen

Lösung der Ausrüstungsprobleme wird Jahre dauern

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen prüft, ob Transportflugzeuge für die Bundeswehr auch gemietet werden können.

Berlin - Für die Probleme der Bundeswehr bei der Ausrüstung gibt es nach Ansicht von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) keine schnelle Lösung. Kurzfristig prüfe ihr Ministerium, ob es Transportflugzeuge auch mieten könne, sagte von der Leyen der "Bild am Sonntag". Mittelfristig werde die Bundeswehr "mehr Geld" brauchen.

Probleme im Grundbetrieb seien jahrelang beiseite geschoben worden, "weil wir uns auf die großen Auslandseinsätze konzentriert haben", sagte von der Leyen. Was über Jahre entstanden sei, lasse sich nicht auf einen Schlag lösen "und wird mich sicher auf Jahre beschäftigen".

So sei die Produktion von Ersatzteilen seit Jahren gedrosselt worden, Wartung und Inspektion verliefen schleppend, sagte die Ministerin. Das führe dazu, dass auch modernes Material teilweise in der Warteschleife stecke und nicht einsatzfähig sei.

Es werde noch "Jahre" dauern, bis die Bundeswehr über eine voll einsatzfähige Flotte von Transportflugzeugen A400M verfüge, sagte von der Leyen der "Bild am Sonntag". So lange müsse die bewährte alte Transall fliegen. Da sie entlastet werden müsse, "prüfen wir, parallel zusätzliche Transportflugzeuge zu mieten." Diese Maschinen könnten nur für Missionen in nicht-kriegerischen Gebieten eingesetzt werden, da sie nicht wie die Transall gegen Beschuss geschützt seien.

Von der Leyen will zudem "Inspektionspersonal, Prüfgerät und die Produktion von Ersatzteilen höherfahren". Das Beheben der Materialprobleme werde in den kommenden Jahren eine Erhöhung des Wehretats erfordern, sagte die Ministerin weiter. Der Ausbau der Materiallager, schnellere Instandsetzung und die Beschaffung von besserem Material würden mittelfristig mehr Geld kosten. "Das wird sich absehbr auch im Etat niederschlagen."

(xity, AFP)