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Von der Leyen: Abzug aus Nordafghanistan nicht übereilen

"Rückzug auf Kabul" nicht vor 2016

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat vor einem übereilten Abzug der internationalen Truppen aus dem Norden Afghanistans gewarnt.

Berlin - Sie halte es für sinnvoll, dass die Bundeswehr und ihre Partner "im Norden bis Anfang 2016 blieben", sagte von der Leyen beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Erst dann solle der "Rückzug auf Kabul" organisiert werden.

Es sei wichtig, "nicht überstürzt das Land zu verlassen", sagte von der Leyen. Wichtig sei, "dass die afghanischen Sicherheitskräfte auch in der Lage sind, die Sicherheitslage zu halten". Zur Frage, ob der gesamte Einsatz länger dauern könne als bislang geplant, also über das Jahr 2016 hinaus, sagte von der Leyen: "Das ist jetzt überhaupt nicht das Thema."

Der Nato-geführte Kampfeinsatz in Afghanistan hatte zum Jahreswechsel geendet. Die Nachfolgemission dient der Beratung und Ausbildung örtlicher Sicherheitskräfte und ist auf zwei Jahre angelegt. Der Rückzug der internationalen Kräfte soll schrittweise erfolgen - zunächst aus der Fläche in die Hauptstadt Kabul. Genaue Daten stehen aber noch nicht fest.

Die Nato-Minister berieten seit Mittwoch, am Donnerstag wurden auch die Kollegen aus Afghanistan und der Ukraine zu dem Treffen erwartet. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte in Brüssel vor dem "Risiko neuer heftiger Gefechte" in der Ostukraine. Es gebe weiter Verletzungen der in Minsk vereinbarten Waffenruhe, die enden müssten, sagte er.

Stoltenberg warf Russland zudem erneut vor, die prorussischen Rebellen im Osten der Ukraine mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen. Den Vorwurf erheben Kiew und der Westen seit langem, Moskau weist ihn allerdings vehement zurück. Der Konflikt führte auf Seiten Russlands und der Nato bereits zu verstärkten Aktivitäten im Bereich von Rüstung und Manövern.

(xity, AFP)


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