31.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> "Vom Korallenriff zum Schwarzen Loch"

"Vom Korallenriff zum Schwarzen Loch"

Häkelriff im Foyer der VHS ausgestellt

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld zeigte 2014 die Ausstellung "Häkelkosmos - Vom Korallenriff zum Schwarzen Loch".

Krefeld - Über 12 300 Besucher sahen dort unter anderem das aus circa 5000 Einzelstücken bestehende "Föhrer Riff?. Es entstand als Kooperation zwischen dem Museum "Kunst der Westküste? auf Föhr und dem ?Institute For Figuring? aus Los Angeles. Im gehäkelten Korallenriff vereinen sich die Mathematik hyperbolischer Räume, ein ökologisches Statement und die uralte Kulturtechnik des Häkelns zu einem kollektiven Kunstprojekt. ?Ich fand den sozialen Aspekt beeindruckend. Ich dachte mir, das können wir auch in Krefeld?, so Dr. Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums. So entstand das ?Krefelder Häkelriff?, an dem 33 Seniorinnen im Alter zwischen 60 und 95 Jahren arbeiteten. Dieses Riff wird nun in der Volkshochschule als Teil des Programms ?Krefeld. Gestern, heute und morgen? bis zum 22. Mai präsentiert.

"Unsere Mitarbeiter und Gäste sind jetzt schon sehr begeistert?, berichtet Dr. Inge Röhnelt, Leiterin der Volkshochschule. Die Menschen bleiben im Foyer vor dem farbenprächtigen Meeresspektakel stehen, schauen, staunen und entdecken immer wieder neue Facetten. "Ich bin sehr froh, dass wir das Krefelder Häkelriff hier ausstellen können, vor allem wegen des Lichtes, in dem die Farben sehr gut zur Geltung kommen?, freut sich Schieck. Wer die Ausstellung ?Häkelkosmos ? Vom Korallenriff zum Schwarzen Loch? besucht hat, wird feststellen, dass sich das Riff verändert hat. "Einzelne Objekte haben wir für die Museumssammlung gesichert?, erklärt Schieck. Dazu zähle unter anderem auch ein großer Hummer, der wie zahlreiche andere Korallen, Fische und Meeresbewohner mit viel Freude entstanden ist. ?Durch das Projekt haben sich Menschen getroffen, die sich vorher nicht gekannt haben?, so Schieck. Einige Frauen treffen sich weiterhin und gestalten Objekte, die beim Weihnachtsbasar verkauft werden sollen.

Die Freude an der Handarbeit beschränkte sich zur Ausstellung jedoch nicht auf diesen Kreis. Immer wieder konnte man rund um das Museum Objekte einer ?Häkel- Guerilla? entdecken. Auch die VHS-Leiterin bestätigt den Trend zum Häkeln: "Unsere Textilkurse werden vermehrt von jungen Teilnehmern gebucht?, so Röhnelt. Falls sich durch die Riff-Ausstellung in der Volkshochschule nun der Wunsch ergebe, entsprechende Kurse anzubieten, wolle sie das auch ermöglichen. "Ich bin mir sicher, da können wir ein Angebot machen. Da sind wir offen?, sagt die VHSLeiterin. Nach der Anregung durch den Kulturdezernenten Gregor Micus, es sei doch schade, das Krefelder Häkelriff nicht weiter zeigen zu können, haben sich die Volkshochschule und das Textilmuseum kurzerhand dazu entschlossen, es in die Reihe "Krefeld. Gestern, heute und morgen? aufzunehmen. Außerdem sei es auch ein spontaner Beitrag zum ?Krefelder Perspektivwechsel?, bei dem ein museales Objekt nicht durch einen Künstler, sondern durch Laien erschaffen wurde. Dieser Perspektivwechsel wird sich fortsetzen: Nach der Ausstellung in der VHS am Vonder- Leyen-Platz kehrt das Riff zwar nach Linn zurück, aber nicht ins Museum. Es wird im städtischen Seniorenheim am Quartelkämpchen aufgestellt. "So bleibt es für die Krefelder dauerhaft zu sehen?. so Schieck.


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