Viele Unfälle beim Oktoberfest mit Taxis und Fußgängern

Polizei will mit Verband sprechen

Nach drei schweren Unfällen mit Taxis und Fußgängern in der Umgebung des Oktoberfests sucht die Polizei das Gespräch mit den Taxiunternehmen.

München - Ziel sei, die Taxifahrer für die besondere Situation mit vielen Betrunkenen rund um das Oktoberfest zu sensibilisieren, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Zugleich wies die Polizei die Fahrer auf eine mögliche Mitschuld hin, wenn ihnen Betrunkene vor das Auto laufen.

In der Nacht zu Freitag hatte laut Polizei ein Taxifahrer in der Nähe des Oktoberfestgeländes einen 28-jährigen Mann aus Niederbayern angefahren, der bei Rot eine Fußgängerampel überquert hatte. Der Fußgänger erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Traum und Prellungen.

Nur eine Dreiviertelstunde später lief ein 27-jähriger Engländer nahe der Wiesn in ein Taxi, das gerade an einer roten Ampel halten wollte. Durch den Zusammenstoß wurde der Fußgänger gegen ein anderes Auto geschleudert und erlitt dabei ebenfalls ein Schädel-Hirn-Trauma, Prellungen und wahrscheinlich eine Schulterfraktur. Der Taxifahrer floh von der Unfallstelle.

Zuvor war es in der Nacht zu Donnerstag zu einem tödlichen Unfall gekommen, als ein Taxifahrer nahe der Theresienwiese einen 26-jährigen Australier übersehen und angefahren hatte.

Die Polizeisprecherin nannte die Häufung der Unfälle "sehr auffällig". Die Polizei wies ausdrücklich darauf hin, dass bei einem Unfall immer die Vermeidbarkeit des Unfalls durch alle Unfallbeteiligte geprüft werde. Gerade bei ortskundigen Taxifahrern könne sich dies "erheblich" bei der Bewertung der Schuld- und Haftungsfrage auswirken.

Vor fünf Jahren hatte das Münchner Amtsgericht in einem rechtskräftig gewordenen Urteil einer Motorradfahrerin eine 50-prozentige Mitschuld gegeben, nachdem ihr beim Oktoberfest ein Betrunkener ins Motorrad gelaufen war. Obwohl sie sich an die Geschwindigkeitsvorgaben gehalten hatte, kam das Gericht zum Schluss, dass "amtsbekannt" sei, dass in der Nähe des Oktoberfests größere Gruppen Betrunkener unterwegs sind, von denen nicht immer ein Einhalten der Verkehrsregeln erwartet werden könne.

(xity, AFP)