26.04.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Verunglückter Höhlenforscher erreicht Biwak

Verunglückter Höhlenforscher erreicht Biwak

Transportrupp macht in 700 Metern unter der Erde Pause

Die Rettungskräfte mit dem verunglückten Forscher in der bayrischen Riesending-Schachthöhle haben am Montag das Biwaklager III in rund 700 Metern Tiefe erreicht.

Berchtesgarden - Das teilte die Bergwacht am Morgen mit. Dort werde der Trupp mehrere Stunden rasten, um dem Patienten Zeit für Erholung zu geben. Gegen Nachmittag oder Abend sei geplant, den Transport an die Oberfläche fortzusetzen.

Die Einsatzkräfte bewegen den 52-Jährigen seit Freitag auf einer Trage durch die schwer zugängliche Höhle, die unter anderem aus steil abfallenden Schächten und unwegsamen unterirdischen Canyons besteht. Seit seinem Start am Unglücksort in rund 1000 Metern Tiefe hat das Team 300 Höhenmeter erklommen. Im nächsten Abschnitt müssen die Helfer Steilwände überwinden, die 200 Meter größtenteils fast senkrecht aufragen. Die Rettungsaktion wird voraussichtlich noch Tage dauern.

Der Zustand des Forschers sei unverändert stabil, teilte die Bergwacht mit. Er befindet sich bereits seit mehr als einer Woche unter Tage. Am Sonntag vergangener Woche war der Mann bei einer Exkursion von einem Steinschlag getroffen worden und hatte dabei ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Höhlenrettungsexperten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien wurden zusammengezogen, um den Verletzten in einer logistisch extrem aufwändigen Rettungsaktion aus der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands zu befreien.

Die Bergung gilt aufgrund der schwierigen Verhältnisse als extreme Leistung. Selbst erfahrenen Spezialisten verlangt die Höhle laut Bergwacht alles ab. Um die Bergung vorzubereiten, hatten die internationalen Retter in tagelangen Vorarbeiten fünf Biwakstationen auf unterschiedlichen Höhlen-Ebenen eingerichtet und den Transportweg mit Kletter- und Seilhilfen gesichert.

Dutzende Retter befinden sich in der Höhle, viele von ihnen ebenfalls bereits seit Tagen. In der Nacht trafen der Bergwacht zufolge weitere 20 Helfer aus Italien an dem Unglücksort am Untersberg nahe Berchtesgaden ein. Zudem waren 25 Experten aus Kroatien auf dem Weg. Sie sollen am Abend eintreffen und die Reihen der Einsatzkräfte verstärken.

(xity, AFP)


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