16.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Vertrauensverlust bei Organspende beklagt

Vertrauensverlust bei Organspende beklagt

DSO-Vorstand fordert Überarbeitung der Richtlinien

Der scheidende Vorstand der Stiftung Organtransplantation (DSO), Rainer Hess, beklagt den Vertrauensverlust bei Organspenden.

Berlin - Der Missbrauch bei der Organvergabe habe "nicht nur die Bevölkerung aufgewühlt, sondern auch das Personal in den Kliniken", sagte Hess dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Viele Menschen auf den Intensivstationen hätten das Vertrauen verloren. "Einige Kliniken haben sich regelrecht von der Organspende verabschiedet", sagte Hess.

Er forderte eine Überarbeitung der Richtlinien, um Vertrauen zurückzugewinnen. Besonders wichtig sei ein Transplantationsregister. "Die Angehörigen der Spender und jeder Arzt müssen nachvollziehen können, was mit dem entnommenen Organen geschehen ist", sagte der DSO-Vorstand. So bestehe die Chance, Vertrauen zurückzugewinnen.

An mehreren Universitätskliniken waren Manipulationen im Zusammenhang mit Lebertransplantationen aufgedeckt worden. In der Folge brachen die Spenderzahlen in Deutschland im vergangenen Jahr dramatisch ein. Die Zahl der Organspender sank 2013 im Vergleich zum Vorjahr um gut 16 Prozent.

(xity, AFP)


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