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Versicherte verschenken Millionen beim Zahnersatz-Bonus

Studie: Viele Füllungen halten kaum vier Jahre

Gesetzlich Versicherte verschenken viel Geld beim Bonus für Zahnersatz, weil sie nicht zur Früherkennung gehen.

Berlin - Das zeigt eine in Berlin veröffentlichte Studie der Krankenkasse Barmer GEK. Allein den Versicherten dieser Kasse entgingen auf diese Weise im Jahr 2013 rund 20 Millionen Euro Zuschüsse für Kronen oder anderen Zahnersatz. Mehr als jeder Vierte (28,3 Prozent), der neuen Zahnersatz bekam, nutzte diese Chance nicht.

Versicherte müssen in einem Bonusheft nachweisen, dass sie regelmäßig einmal im Jahr zur Früherkennung zum Zahnarzt gehen. Dann erhalten sie höhere Festzuschüsse für neuen Zahnersatz.

Wie der Barmer-"Zahnreport" weiter zeigt, muss fast jeder dritte Zahn nach einer Füllung innerhalb von vier Jahren erneut behandelt werden. 2013 betraf dies mehr als 20 Millionen gesetzlich Versicherte. Weil es keine Angaben zum verwendeten Material und zur Füllart gebe, könne praktisch nichts darüber gesagt werden, wie nachhaltig solch eine Füllungstherapie sei, erklärte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub. Er forderte von den Zahnärzten "mehr Transparenz in der Gesamtversorgung der Patienten, um sie für die Versorgungsforschung nutzbar zu machen".

Für den Report wurde 17 Millionen Füllungen aus den Jahren 2010 bis 2013 ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass eine Füllung im Schnitt zwischen 8,7 und 10,5 Jahren hält. Bei der Behandlung von schweren Zahnproblemen gibt es demnach deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. So fertigten die Zahnärzte in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mehr als doppelt so viele großflächige Füllungen an wie neue Kronen oder Teilkronen. In Hamburg, Bremen und Berlin hingegen kam weniger als eine Füllung auf eine neue Krone.

Studienautor Michael Walter von der Technischen Universität Dresden sieht die niedrigere Einkommensstruktur in den neuen Bundesländern als einen möglichen Grund für den verstärkten Einsatz von Füllungen. Im Gegensatz zu Kronen können die Versicherten sie auch ohne Zuzahlung in Anspruch nehmen.

(xity, AFP)


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