24.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Vernehmung Gribkowskys im Ecclestone-Prozess

Vernehmung Gribkowskys im Ecclestone-Prozess

Ex-BayernLB-Vorstand soll zu Millionenzahlung aussagen

Im Bestechungsprozess gegen Formel-1-Chef Ecclestone hat die Zeugenvernehmung des Hauptbelastungszeugen begonnen.

München - Der frühere Vorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, soll vor dem Landgericht München I berichten, wie es zu einer Zahlung von 44 Millionen US-Dollar durch Ecclestone an Gribkowsky kam.

Der 83-jährige Ecclestone ist aufgrund dieser Zahlung wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue angeklagt. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft zahlte er die Millionensumme, um Gribkowsky zum Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB an einen ihn wohl gesonnenen Investor zu bewegen. Ecclestone behauptet hingegen, von Gribkowsky erpresst worden zu sein.

Vor der Vernehmung des wegen Annahme der Millionensumme selbst zu achteinhalb Jahren Haft verurteilten Gribkowsky ging es um die Frage, ob Ecclestone gewusst haben muss, dass Gribkowsky bei einer halbstaatlichen Bank tätig war und damit ein Amtsträger war. Für die Verteidigung ist dies eine Schlüsselfrage in dem Prozess, da nur die Bestechung eines Amtsträgers strafbar wäre. Das Gericht will die genaue Funktion Gribkowskys innerhalb der Bank und damit seinen Status im Laufe des Prozesses prüfen.

Außerdem forderte die Verteidigung das Gericht in einem Antrag auf zu prüfen, ob Gribkowsky in einer anderen Sache die Staatsanwaltschaft mit falschen Angaben zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens geführt hat. Sollte dies so gewesen sein, dürfe dies wegen der Frage der Glaubwürdigkeit des Belastungszeugen nicht unberücksichtigt bleiben, argumentierten die Ecclestone-Verteidiger. Der Vorsitzende Richter Peter Noll sagte, dem Antrag werde "selbstverständlich nachgekommen."

(xity, AFP)


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