21.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Verletzter Höhlenforscher könnte bis Freitag frei sein

Verletzter Höhlenforscher könnte bis Freitag frei sein

Rettungsaktion in Riesending-Schachthöhle kommt voran

Der Bergwacht zufolge könnte der in der Riesending-Höhle verunglückte Forscher bereits am Donnerstag oder Freitag wieder an der Erdoberfläche sein.

Berchtesgarden - Das sagte Stefan Schneider von der Bergwacht in Berchtesgaden. "Wir kommen gut voran. Wir liegen perfekt im Zeitplan." Über das weitere Vorgehen entschieden aber die Helfer in der Höhle, betonte der stellvertretende Vorsitzende der bayrischen Bergwacht. Es sei auch möglich, dass ihre Kräfte nachließen und sie gegebenenfalls längere Pause einlegen müssten. "Wir an der Oberfläche, wir warten."

Seit Freitagabend transportiert ein 15-köpfiges italienisches Höhlenretterteam den durch einen Steinschlag in 1000 Metern Tiefe am Kopf verletzten 52-Jährigen auf einer Trage durch die unwegsame Höhle in Richtung Ausgang. Dutzende weitere Spezialisten aus Italien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Kroatien beteiligen sich ebenfalls an dem schwierigen Einsatz. Unter anderem bereiten sie die Route für ihre Kollegen vor.

Am Dienstag ließ das Transportteam das vorletzte von fünf eigens für die Rettung in der Höhle eingerichteten Biwaklagern in einer Tiefe von etwa 500 Metern hinter sich und nahm Kurs auf das höher gelegene Biwaklager I. Damit ging die Rettung weiterhin sehr zügig voran. Auf dem aktuellen Streckenabschnitt warteten auf die Helfer und ihren Patienten aber erneut steile Schächte, die nur mit Bergsteigerausrüstung zu bewältigen sind. Auch einen unterirdischen Wasserfall müssen sie dabei passieren. Nach Angaben der Bergwacht wurde ein Team aus Schweizer Rettern damit betraut, den Verletzten an dem Wasserfall mit einer Abschirmung vor der Nässe zu schützen und damit vor einer gefährlichen Unterkühlung zu bewahren.

Die Riesending-Schachthöhle unter dem Untersberg bei Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich ist die tiefste und länge Höhle Deutschlands. Sie besteht unter anderem aus teils über hunderte Meter steil abfallenden engen Felskaminen, unebenen Gängen und schlammigen Bachläufen. In der Höhle herrschen darüber hinaus eisige Temperaturen lediglich knapp über dem Gefrierpunkt.

Schneiders Angaben zufolge versuchen die Retter den Patienten so ruhig und erschütterungsfrei wie möglich zu bewegen. Auf den ebenen Abschnitten werde die Trage mühselig vorangeschoben und -gehoben. Das Motto laute "Sicherheit, Schonung vor Schnelligkeit", betonte er.

Der ständig von mindestens einem Arzt betreute Patient sei weiterhin stabil, sagte Schneider. Nach den ihm vorliegenden Informationen aus der Höhle habe der Verletzte sogar darum gebeten, die Arme aus dem Schlafsack herausnehmen zu dürfen, der ihn auf der Trage wärme, um seine Retter beim Transport zu unterstützen. "Er möchte mithelfen."

(xity, AFP)


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