14.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Verfassungsschutz warnt vor Dschihadisten aus Syrien

Verfassungsschutz warnt vor Dschihadisten aus Syrien

Immer mehr Deutsche ziehen in Bürgerkrieg

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen warnt vor Anschlägen islamistischer Syrien-Kämpfer in Deutschland. Nach seinen Angaben ist der Strom radikalislamischer Dschihadisten aus Deutschland in Richtung Syrien ungebrochen. Das Archivfoto zeigt einen Aufständischen in der syrischen Stadt Aleppo.

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen warnt vor Anschlägen islamistischer Syrien-Kämpfer in Deutschland. Dem Verfassungsschutz lägen Informationen zu etwa einem Dutzend Islamisten vor, die "radikalisiert und kampferprobt" aus Syrien nach Deutschland zurückgekehrt seien, erklärte Maaßen in Berlin. "Damit wächst die Gefahr terroristischer Handlungen auch in Deutschland."

Der Strom radikalislamischer Dschihadisten aus Deutschland in Richtung Syrien sei ungebrochen, erklärte Maaßen. "Die Zahlen steigen kontinuierlich an: Mittlerweile sind bereits etwa 300 Islamisten ausgereist." Nach Informationen des Verfassungsschutzes handelt es sich dabei vor allem um jüngere Männer mit arabischem oder türkischen Hintergrund. Konkrete Anschlagspläne in Deutschland seien bislang noch nicht entdeckt worden, heißt es dazu in Sicherheitskreisen.

Besonders beunruhigt zeigte sich Maaßen darüber, dass logistische Unterstützung für radikalislamische Gruppen in Syrien "immer öfter" über Konvois mit humanitärer Hilfe in das Land gelange. In Berliner Sicherheitskreisen ist in dieser Hinsicht von "Dschihad-Taxis" die Rede: Unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe gelangten Material und radikalislamische Kämpfer aus Deutschland nach Syrien. Dies sei "mehr als nur eine Mutmaßung", hieß es in den Kreisen. Es gebe hier bereits laufende Ermittlungsverfahren.

Die Sicherheitsbehörden rechnen damit, dass das Andauern des syrischen Bürgerkriegs zur weiteren Radikalisierung der Islamisten in Deutschland führen wird. Pro Monat würden etwa fünf bis zehn Ausreisen in Richtung Syrien registriert. Das Rekrutierungspotenzial in Deutschland sei relativ hoch: Sicherheitskreise beziffern die Zahl radikaler Salafisten auf rund 5500.

Auch der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) warnt vor Gefahren durch die Rückkehr deutscher Islamisten aus Syrien. "Rückkehrer aus den Kampfgebieten bereiten Verfassungsschutz und Polizei große Sorgen", sagte Jäger. "Sie haben sich weiter radikalisiert und sind im Umgang mit Waffen und Sprengstoff geschult."

Nach Jägers Angaben kehrten inzwischen rund 15 Salafisten, die in Syrien Kampferfahrung sammelten, nach Deutschland zurück. Alleine aus NRW seien 110 Dschihadisten in das Bürgerkriegsland gereist, sagte er den "Ruhr-Nachrichten".

© 2014 AFP


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