Verfassungsschutz dementiert Bericht über Atomforschungszentrum Jülich

Auch Mitglieder im Parlamentarischen Kontrollgremium widersprechen Informationen

Der Verfassungsschutz hat einen Bericht über Unterlagen zum deutschen Atomforschungszentrum Jülich beim mutmaßlichen Paris-Attentäter Salah Abdeslam dementiert.

Berlin - "Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat keine Erkenntnisse darüber, dass in der Wohnung des Paris-Attentäters Saleh Abdeslam Unterlagen über das Atomforschungszentrum Jülich gefunden wurden", erklärte der Verfassungsschutz am Donnerstag in Köln. Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen habe dazu auch "keine Gespräche mit Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums geführt".

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte berichtet, dass in Abdeslams Wohnung im Brüsseler Stadtteil Molenbeek Artikel zu Jülich gefunden worden seien sowie Fotos, die den Vorstandsvorsitzenden der Kernforschungsanlage, Wolfgang Marquardt, zeigen. Maaßen habe mehrere Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags darüber informiert. Das Redaktionsnetzwerk berief sich in seinem Bericht auf Mitglieder des streng vertraulich tagenden Gremiums.

Nicht nur der Verfassungsschutz, auch Ausschussmitglieder wiesen den Bericht über Jülich am Donnerstag zurück. Der SPD-Abgeordnete Burkhard Lischka sprach von einer "Ente". "Ich kenne niemanden, der informiert wurde", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

(xity, AFP)