Verdis "Aida" im Theater Duisburg

Generalmusikdirektor Axel Kober dirigiert Premiere

Im Theater am Duisburger Opernplatz öffnet sich am Sonntag, 29. März, um 18.30 Uhr der Vorhang zur Premiere von Giuseppe Verdis "Aida".

Duisburg - Generalmusikdirektor Axel Kober bringt Verdis Meisterwerk mit den Duisburger Philharmonikern zum Klingen und knüpft mit einem bestens eingespielten Sängerensemble, Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein an neun erfolgreiche Aufführungen der Neuproduktion in Düsseldorf an. Morenike Fadayomi singt die Titelpartie, Sergej Khomov ist Aidas Geliebter Radamès, Boris Statsenko ihr Vater Amonasro. Als Königstochter Amneris verkörpert Susan Maclean die starke Rivalin Aidas. Bogdan Talos als König und Sami Luttinen als Ramfis stehen an der Spitze des Machtgefüges am ägyptischen Hof.

Philipp Himmelmann stellt die persönlichen Konflikte der Figuren in den Mittelpunkt seiner Inszenierung. Abseits der großen Tableaus und Aufmärsche ist es vor allem Aida, die das emotionale Kraftfeld der Oper bestimmt: Als Gefangene in einem fremden Land, hin und her gerissen zwischen der Liebe zu Radamès und der Loyalität zu ihrem Volk, aber auch konfrontiert mit der Königstochter Amneris, in der Radamès die standesgemäß Liebende finden würde, erscheint ihr der Tod schon früh als einziger Ausweg aus dem persönlichen Leid. Aber Himmelmann würde es als falsch empfinden, die Geschichte auf den privaten Konflikt zu beschränken. Für ihn sind die großen Chorszenen und vor allem der Triumphmarsch wichtige Aussagen des Stücks: "Hier deutet Verdi darauf hin, wie manipulativ man Musik benutzen kann", erklärt der Regisseur. "Seine Partitur zeigt, wie sich Emotionen durch Hymnen, Aufmärsche und überwältigende Tableaus massenwirksam schüren lassen. Selbst der Tod wird dabei nicht ausgespart. Auch er wird instrumentalisiert, mit Pathos aufgeladen und so zu politischen Zwecken eingesetzt."

Im Team mit Bühnenbildner Johannes Leiacker und Gesine Völlm, die im Herbst 2014 im "Jahrbuch Opernwelt" bereits zum dritten Mal zur "Kostümbildnerin des Jahres" gewählt wurde, hat Philipp Himmelmann für die Deutsche Oper am Rhein keine im ägyptischen Stil verhaftete "Sandalenoper" entwickelt. Das Bühnenbild und 160 historische, mit größter Handwerkskunst gefertigte Kostüme aus der Verdi-Epoche erinnern an die Entstehungszeit der Oper um 1875 und den von Faszination und imperialer Distanz geprägten westlichen Blick auf den Orient.


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