21.07.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Verdi kündigt für Dienstag Warnstreiks an vier deutschen Flughäfen an

Verdi kündigt für Dienstag Warnstreiks an vier deutschen Flughäfen an

Auch Arbeitsniederlegungen im Nahverkehr und in Kitas geplant

Flugpassagiere müssen am Dienstag in Deutschland mit Flugausfällen und massiven Verspätungen rechnen.

Potsdam - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigte am Montag Warnstreiks an den beiden größten deutschen Flughäfen in Frankfurt am Main und München sowie den Airports in Köln und Bremen an. Die Gewerkschaft erhöht damit im Tarifstreit des öffentlichen Diensts den Druck auf die Arbeitgeber. Arbeitsniederlegungen sind auch im Nahverkehr und in Kitas geplant.

Die Gewerkschaften riefen für Dienstag in allen Bundesländern zu Streiks auf. Betroffen sind laut Verdi alle Bereiche des öffentlichen Diensts bei Bund und Kommunen. In Nordrhein-Westfalen soll beispielsweise der Nahverkehr bestreikt werden. Auch in Kitas sind Warnstreiks geplant.

Für Chaos dürften aber vor allem die Warnstreiks an vier Flughäfen sorgen. Es sei davon auszugehen, dass es zu starken Einschränkungen im Flugverkehr komme, zeigte sich Verdi überzeugt. Zum Streik sind die Bodenverkehrsdienste und teilweise die Flughafenfeuerwehr aufgerufen.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport teilte bereits mit, es würden "erhebliche Verzögerungen im Betriebsablauf sowie Flugausfälle" erwartet. Einige Kontrollstellen seien durch die Streiks geschlossen, so dass die Passagiere ihre Flüge an den betroffenen Gates nicht erreichen könnten. Es sei auch "ganztägig mit erhöhten Wartezeiten" zu rechnen. Reisende sollten sich bei ihren Fluggesellschaften über den Status ihres Flugs informieren.

Die Gewerkschaften wollen die gesamte Woche mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber machen. Bis zum Freitag soll es in allen Bundesländern Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen geben. Die Beschäftigten erhöhten den Druck, "damit die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung endlich aufgeben", erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske. In der nächsten Verhandlungsrunde müsse es zu einem tragfähigen Ergebnis kommen.

Die Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sollen am Sonntag und Montag fortgesetzt werden. In beiden bisherigen Verhandlungsrunden gab es keine Annäherung. Die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts fordern ein Gehaltsplus von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr.

Verdi-Chef Bsirske verteidigte die Forderung erneut. "Die Wirtschaft boomt, und die Steuereinnahmen von Bund und Kommunen sind so hoch wie lange nicht mehr", erklärte Bsirske. Die Beschäftigten an der guten wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben zu lassen, sei nicht nur fair, sondern sichere auch die Zukunft des öffentlichen Diensts. Das liege im Interesse aller Bürger.

(xity, AFP)


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