23.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Verdacht von Lauschangriff auf NSA-Ausschuss-Chef

Verdacht von Lauschangriff auf NSA-Ausschuss-Chef

"Welt": Sensburgers Krypto-Handy wird derzeit geprüft

Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur NSA-Ausspähaffäre ist möglicherweise selbst zum Ziel eines Lauschangriffs geworden.

Berlin - Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" besteht der Verdacht, dass das Krypto-Handy zur verschlüsselten Kommunikation des Ausschussvorsitzenden Patrick Sensburg (CDU) gehackt wurde. Die Linkspartei forderte eine unabhängige Untersuchung zu den Vorgängen.

Sensburgs Spezial-Handy werde wegen des Verdachts beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn überprüft, berichtete die Zeitung. Der Ausschussvorsitzende soll im Februar eine Funktionsstörung bei seinem Blackberry Z30 festgestellt haben. Daraufhin habe die Bundestagsverwaltung das Gerät in einem verplombten Behälter zur Überprüfung ans BSI in Bonn geschickt.

Der verplombte Transportbehälter sei geöffnet beim Empfänger eingetroffen. Bei der Ankunft wurde nach Informationen der "Welt" zudem festgestellt, dass das Handy offensichtlich zwischenzeitlich herausgenommen worden war. Die Bundestagsverwaltung habe wegen des Öffnens nach eigenen Angaben Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

"Der Vorfall muss jetzt dringend von einer unabhängigen Stelle geprüft werden", forderte die Linken-Obfrau im NSA-Ausschuss, Martina Renner. "Wenn tatsächlich ein Geheimdienst beteiligt war, warum hat man dann so offensichtliche Spuren hinterlassen? Um eine seriöse Bewertung abzugeben, sind noch viel zu viele Fragen offen."

Sie selber nutze die vom Bundestag bereitgestellten Krypto-Handys von Blackberry nicht, erklärte Renner. "Denn niemand weiß genau, was darin verbaut ist und wer tatsächlich darauf Zugriff hat."

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH