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Verbrennung von Reststoffen syrischer C-Waffen ab Juni

Betrieb in Munster erwartet 370 Tonnen Hydrolysat

Die bei der Zerstörung der syrischen Chemiewaffen anfallenden Reststoffe sollen ab Juni in Deutschland vernichtet werden. Insgesamt werden rund 370 Tonnen Hydrolysat bei zuständigen Gesellschaft GEKA im niedersächsischen Munster erwartet.

Die bei der Zerstörung der syrischen Chemiewaffen anfallenden Reststoffe sollen im Juni nach Deutschland gebracht und dort vernichtet werden. Insgesamt werden rund 370 Tonnen Hydrolysat bei der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (GEKA) im niedersächsischen Munster erwartet, wie die bundeseigene Firma mitteilte. Die Bundesregierung hatte im Januar zugesagt, im Rahmen der internationalen Operation zur Zerstörung der Chemiewaffen das Hydrolysat zu entsorgen.

Hydrolysat ist eine toxische Flüssigkeit, die bei der Vernichtung von Senfgas (auch bekannt als S-Lost) mittels heißem Wasser anfällt. Dieser Prozess soll auf dem US-Frachtschiff "MV Cape Ray" in zwei speziell installierten Hydrolyseanlagen stattfinden. Das Schiff wird die rund 20 Tonnen syrisches Senfgas in einem Hafen im Süden Italiens an Bord nehmen und auf offener See zerstören. Anschließend werden die dabei anfallenden 370 Tonnen Hydrolysat in einen deutschen Hafen gebracht.

Wie GEKA-Geschäftsführer Andreas Krüger mitteilte, werden in Munster zwölf bis 15 Tanks mit Hydrolysat erwartet. Ursprünglich sollte der Stoff bereits im April geliefert werden, doch habe sich der Prozess verzögert. Bisher seien nach Angaben der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) 35 Prozent der chemischen Kampfstoffe in Syrien, darunter auch das meiste Senfgas, über den Hafen von Lattakia von norwegischen und dänischen Frachtschiffen außer Landes gebracht worden.

In Munster wird das Hydrolysat dann in einem Brennofen bei hohen Temperaturen verbrannt. Übrig bleiben ungefährliche Salze, die regulär entsorgt werden können. Neben der GEKA übernehmen auch die Firmen Ekokem in Finnland und Veolia in den USA chemische Stoffe aus Syrien. Außer den eigentlichen Chemiewaffen gibt es auch mehrere hundert Tonnen sogenannte Binärkomponenten zur Herstellung von Giftgas und 500 Tonnen Chemikalien, die dafür verwendet werden können.

Die Zerstörung der syrischen Chemiewaffen war im September 2013 von der Regierung in Damaskus zugesagt worden, um einen drohenden US-Militärangriff abzuwenden. Hintergrund war ein Giftgasangriff auf mehrere Vororte von Damaskus, bei dem Ende August mehrere hundert Menschen getötet worden waren.

© 2014 AFP


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