Verbandschef ruft Waldbesitzer wegen hoher Holzpreise zum Sägestreik auf

Kritik an "Abzocke" auf dem Holzmarkt

Der Interessenverband der Forstwirtschaft hat die deutschen Waldbesitzer angesichts der Holzknappheit und hoher Preise zum Streik aufgerufen.

Berlin - "Ich sehe keine andere Möglichkeit mehr, als meinen Verbandsmitgliedern zu sagen: 'Stoppt das Sägen! Lasst die Bäume stehen!'", sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag. Zuletzt waren die Preise für Schnittholz stark gestiegen, angefeuert von einer hohen Nachfrage aus China und Nordamerika.

Die deutsche Möbelindustrie hatte zuletzt bereits von Engpässen bei der Versorgung mit Holzwerkstoffen berichtet. Auch das deutsche Baugewerbe beklagte stark gestiegene Einkaufspreise für Rohstoffe, unter anderem für Holz.

"Mit unserem Rohstoff werden Riesengewinne eingefahren, aber die Waldbauern profitieren kein Stück davon", beklagte Schirmbeck. "Wir werden regelrecht abgezockt von den wenigen Holzhandelskonzernen, die den Markt dominieren."

Noch immer bekämen die finanziell ohnehin durch Dürre und Borkenkäfer geschädigten Waldbauern im Schnitt zwischen 70 und 75 Euro pro Festmeter Fichtenholz. Das Schnittholz werde allerdings später für ein Vielfaches auf dem Weltmarkt weiterverkauft. "Wir fordern einen fairen Preis für unser Produkt", sagte der Verbandschef der "NOZ". "Es wäre genug Holz da", sagte er weiter. "Was wir da gerade sehen, ist eine riesige Spekulationsblase."

(xity, AFP)